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Krypto gegen Krypto tauschen in Österreich: steuerneutral, mit vier Ausnahmen

, 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Tauschst du in Österreich eine Kryptowährung gegen eine andere, fällt keine Steuer an: Die Anschaffungskosten wandern mit, besteuert wird erst beim Verkauf gegen Euro. Das gilt auch für Stablecoins wie Tether, sofern sie als Kryptowährung gelten. Steuerpflichtig ist der Tausch gegen NFTs oder andere Token, das Bezahlen mit Bitcoin und die Netzgebühr in Krypto beim Senden. Und wer Altvermögen tauscht, bekommt Neuvermögen zurück.

Bitcoin ist gestiegen, du willst den Gewinn sichern, aber nicht in Euro — also tauschst du in einen Stablecoin. In Deutschland wäre das innerhalb eines Jahres ein steuerpflichtiger Verkauf. In Österreich passiert steuerlich: nichts. Noch nicht.

Diese Regel ist großzügig, und gerade deshalb lohnt es sich, ihre Ränder zu kennen. Es gibt vier Fälle, in denen ein Tausch doch Steuer auslöst oder etwas kostet, das man nicht zurückbekommt. Stand 25. Oktober 2026. Eine Einordnung, keine Steuerberatung.

Die Regel: Tausch ist keine Realisierung#

§ 27b Abs. 3 Z 2 EStG zählt zuerst auf, was steuerpflichtig ist — der Tausch gegen andere Wirtschaftsgüter und Leistungen, einschließlich Euro — und nimmt dann aus:

Der Tausch einer Kryptowährung gegen eine andere Kryptowährung stellt keine Realisierung dar; damit in Zusammenhang stehende Aufwendungen sind steuerlich unbeachtlich.

Die Anschaffungskosten gehen auf die neue Kryptowährung über. Das steht nicht im Gesetz selbst, sondern beim Finanzministerium und in den Einkommensteuerrichtlinien (Rz 6178ab): „die gesamte Wertsteigerung wird dadurch erst im Rahmen einer späteren Realisierung der erhaltenen Kryptowährung erfasst."

Das Beispiel aus Rz 6178ad:

VorgangAnschaffungskostenSteuer
5 A-Coins gekauft500 €keine
gegen 1 B-Coin getauscht500 € gehen auf den B-Coin überkeine
B-Coin verkauft für 2.000 €500 €27,5 % auf 1.500 € = 412,50 €

Die Steuer wird also aufgeschoben, nicht erlassen. Der Gewinn aus dem A-Coin steckt im B-Coin und wird fällig, sobald am Ende Euro herauskommen. Was sonst als Verkauf gilt und was nicht, steht in Krypto-Steuer erst bei der Auszahlung?.

Gilt das auch für Stablecoins?#

Grundsätzlich ja — mit einem Vorbehalt. Die Einkommensteuerrichtlinien (Rz 6178b) sagen, dass Stablecoins „bei Erfüllen der gesetzlichen Voraussetzungen" unter den Kryptowährungsbegriff fallen „können", und nennen Tether als Beispiel. Dass ein Stablecoin zugleich E-Geld ist, schadet laut derselben Randzahl nicht, „sofern die sonstigen Voraussetzungen … erfüllt werden".

Was du tauschstEinordnungQuelle
Bitcoin gegen EthereumsteuerneutralGesetz
Bitcoin gegen Tether (USDT)steuerneutral, Tether ist Beispiel der RichtlinienRz 6178b, BMF
Bitcoin gegen USDC oder EURCnach denselben Regeln wahrscheinlich steuerneutral; namentlich nennt sie keine Quellenicht ausdrücklich belegt
Stablecoin gegen Eurosteuerpflichtiger VerkaufGesetz

Für inländische Anbieter regelt § 5 KryptowährungsVO den Zweifelsfall: Sie haben „im Zweifel" davon auszugehen, dass es sich um eine Kryptowährung handelt. Das bestimmt, wie der Anbieter abzieht — nicht, wie das Finanzamt es am Ende sieht.

Was ein Stablecoin technisch ist und woran sein Kurs hängt, steht in Stablecoin: warum ein Euro darin kein Euro ist. Steuerlich ist der Euro im Stablecoin jedenfalls noch keiner.

Ausnahme 1: Tausch gegen NFTs und andere Token#

Die Steuerfreiheit gilt nur, wenn beide Seiten Kryptowährungen im Sinn des Gesetzes sind. Rz 6178ab sagt es deutlich: Der Tausch gegen einen Non-Fungible Token „oder ein anderes Krypto-Asset, das keine Kryptowährung … darstellt", führt „zu einer steuerpflichtigen Realisierung".

GegenstückTausch steuerpflichtig?
andere Kryptowährung (Currency- oder Payment-Token)nein
NFTja
Security-Token, Asset-Token, Asset-backed Tokenja — für sie gelten die allgemeinen Regeln (Rz 6178d)
Utility-Tokenvon den Richtlinien nur beschrieben, nicht eingeordnet — offen

Wer in DeFi tauscht, sollte vorher wissen, was er bekommt. Ein Token, der eine Beteiligung oder einen Anspruch verbrieft, ist steuerlich keine Kryptowährung, auch wenn er in derselben Wallet liegt.

Ausnahme 2: mit Bitcoin bezahlen#

Bezahlen ist ein Tausch gegen Waren oder Leistungen — und genau der ist im ersten Halbsatz des Gesetzes steuerpflichtig. Das Finanzministerium nennt als Beispiel den „Kauf eines Wirtschaftsguts und Bezahlung in Kryptowährungen".

Als Verkaufspreis gilt der gemeine Wert der hingegebenen Bitcoin im Moment der Zahlung (§ 6 Z 14 EStG). Kostet die Jacke 200 Euro und hast du die Bitcoin dafür um 120 Euro gekauft, sind 80 Euro Gewinn steuerpflichtig — 22 Euro Steuer. Zahlst du aus der eigenen Wallet, zieht niemand etwas ab, und die Zahlung gehört in die Beilage E1kv. Ob ein inländischer Anbieter bei einer Zahlung mit seiner Karte abzieht, haben wir nicht geprüft.

Ausnahme 3: die Netzgebühr beim Senden#

Hier wird es kleinteilig, aber es steht so in den Richtlinien. Gebühren, die beim Tausch Krypto gegen Krypto anfallen, sind „steuerlich unbeachtlich" (Rz 6178ad): weder Anschaffungsnebenkosten noch ein eigener Tausch.

Anders beim Senden. Überträgst du Bitcoin auf eine andere Adresse und zahlst die Netzgebühr in Bitcoin, ist das laut Rz 6178v ein steuerpflichtiger Tausch — „Kryptowährung gegen Transaktionsdienstleistung". Der Übertrag selbst bleibt steuerfrei, nur der Teil, der als Gebühr weggeht, gilt als hingegeben.

Bei einer Gebühr von ein paar tausend Satoshi ist der Gewinn darauf meist Cent-Beträge. Wer viele Überträge macht, sollte es wissen; wie hoch die Gebühr gerade ist, zeigt der Gebührenrechner.

Ausnahme 4: Altvermögen wird durch Tausch zu Neuvermögen#

Das ist die teuerste Falle. Kryptowährungen, die du bis 28. Februar 2021 gekauft hast, sind Altvermögen und beim Verkauf steuerfrei. Tauschst du sie gegen eine andere Kryptowährung, bleibt der Tausch zwar steuerfrei — aber was du zurückbekommst, ist Neuvermögen.

Die Einkommensteuerrichtlinien (Rz 6103k): Der Tausch von Altvermögen gegen Kryptowährungen ist „weiterhin" ein Anschaffungsvorgang, „weshalb die erhaltene Kryptowährung künftig als Neuvermögen zu qualifizieren ist". Die Anschaffungskosten des neuen Coins sind der Wert im Tauschzeitpunkt.

Bitcoin aus 2019 behaltenBitcoin aus 2019 gegen Ethereum getauscht
StatusAltvermögenEthereum ist Neuvermögen
Gewinn bis zum Tauschsteuerfreisteuerfrei
Gewinn danachsteuerfrei27,5 % ab dem Wert beim Tausch

Wer Altvermögen also „nur kurz in einen Stablecoin parkt", macht aus einem dauerhaft steuerfreien Bestand einen steuerpflichtigen. Ob ein Kaufdatum noch Altvermögen ist, zeigt der Haltefrist-Rechner; was 2026 sonst gilt, steht in Krypto-Steuer 2026.

Tausch über Euro: zählt trotzdem als ein Tausch#

Viele Apps tauschen Bitcoin gegen Ethereum technisch in zwei Schritten: erst Bitcoin in Euro, dann Euro in Ethereum. Rz 6178ac lässt das trotzdem als einen steuerneutralen Tausch gelten, wenn vier Dinge zutreffen:

  1. Du hast eindeutig einen Tausch beauftragt.
  2. Du hast keinen Einfluss auf die Abwicklung.
  3. Du bekommst über den Zwischenbetrag in Euro keine Verfügungsmacht.
  4. Der Vorgang ist dokumentiert.

Verkaufst du dagegen selbst Bitcoin gegen Euro und kaufst Minuten später Ethereum, sind das zwei Vorgänge — und der erste ist ein steuerpflichtiger Verkauf. Nicht jeder Anbieter bietet den direkten Tausch an: Bei flatex ist er laut Sonderbedingungen „nicht möglich" — mehr in Bitpanda oder flatex.

Was der Anbieter tut und was in die Erklärung gehört#

Ein inländischer Anbieter zieht KESt nur bei einer Realisierung ab (§ 93 Abs. 2 Z 3 EStG). Ein steuerneutraler Tausch ist keine — also zieht er nichts ab und führt die Anschaffungskosten auf den neuen Coin weiter. Damit er das kann, musst du ihm bei Coins von außen mitteilen, ob seit dem Erwerb ein steuerneutraler Tausch stattgefunden hat (§ 1 Abs. 2 Z 3 KryptowährungsVO).

VorgangBeilage E1kv
Krypto gegen Kryptonichts einzutragen
Krypto gegen NFT oder anderen TokenGewinn in Kennzahl 174, Verlust in 176
Mit Bitcoin bezahltGewinn in Kennzahl 174, Verlust in 176
Späterer Verkauf gegen Euro, ohne KESt-AbzugKennzahl 174 bzw. 176, mit den übertragenen Anschaffungskosten

Aufschreiben musst du den Tausch trotzdem. Ohne die Spur vom ersten Kauf über jeden Tausch bis zum Verkauf lässt sich der Gewinn am Ende nicht belegen. Bei vielen Tauschen braucht das ein Werkzeug — wann sich welches lohnt. Die Kennzahlen im Einzelnen stehen in Bitcoin in der Steuererklärung.

Wenn du es kurz willst#

Krypto gegen Krypto: keine Steuer, die Anschaffungskosten wandern mit. Stablecoins wie Tether zählen dazu. Steuer fällt an beim Tausch gegen NFTs oder andere Token, beim Bezahlen und — in kleinen Beträgen — bei der Netzgebühr in Krypto. Und Altvermögen verliert beim Tausch seinen Status. Was beim Staking anders läuft, steht in Staking und Steuer in Österreich.

Stand 25.10.2026. Gesetzestext laut RIS: EStG § 6 Z 14, § 27b Abs. 3 Z 2, § 93 Abs. 2 Z 3; KryptowährungsVO BGBl. II Nr. 455/2022, §§ 1 und 5. Einkommensteuerrichtlinien 2000, Rz 6103k, 6178b, 6178d, 6178v und 6178ab bis 6178ad (Findok, Fassungen gültig ab 31.01.2025 bzw. 21.04.2026). Finanzministerium: Seite zur steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen (Stand 01.01.2026). flatex: Sonderbedingungen Kryptowerte (Stand 08/2025). Alle abgerufen am 25.10.2026. Keine Steuerberatung.

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