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Krypto-Steuer-Software für Österreich: wer sie braucht — und wer nicht

, 6 Min. Lesezeit, aktualisiert am

Kurz gesagt

Wer nur bei Bitpanda oder 21bitcoin kauft und verkauft, braucht meist kein Steuer-Tool: Der Anbieter zieht die 27,5 Prozent ab. Nötig wird es mit einer ausländischen Börse oder mit Verlusten bei einem und Gewinnen beim anderen Anbieter. Ein Tool für Österreich muss den gleitenden Durchschnittspreis rechnen, den Tausch Krypto gegen Krypto steuerfrei lassen und Altvermögen trennen. Blockpit kostet 49 bis 549 Euro, CoinTracking 39 bis 769 Euro, Koinly 49 bis 199 Dollar.

Die Werbung für Steuer-Tools richtet sich an Deutschland: FIFO, Haltefrist, Anlage SO. In Österreich gilt davon nichts. Und für viele hier ist die ehrlichste Antwort auf die Frage nach dem richtigen Tool: keines.

Ob das für dich gilt, entscheidet nicht die Menge deiner Käufe, sondern wo sie passiert sind.

Wann du in Österreich kein Steuer-Tool brauchst#

Seit 1. Jänner 2024 müssen inländische Dienstleister die Kapitalertragsteuer auf Gewinne aus Kryptowährungen selbst einbehalten. Bitpanda und 21bitcoin tun das laut eigener Angabe für Kunden mit Wohnsitz in Österreich. Was abgezogen ist, ist endbesteuert — das Finanzministerium schreibt es so. Die Liste, wer abzieht und wer nicht, steht in Steuereinfache Krypto-Börse in Österreich.

Wenn also alles zutrifft:

  • du kaufst und verkaufst nur bei inländischen Anbietern,
  • du hast keine Verluste, die du gegen Gewinne woanders rechnen willst,
  • du hast keine Coins von außen eingezahlt, deren Kaufpreis der Anbieter nicht kennt,
  • du bekommst keine Erträge aus Lending oder Ähnlichem,

dann gibt es nichts, was ein Tool für dich rechnen müsste. Die Rechtslage dahinter steht in Bitcoin und Steuern in Österreich, die Anbieter in Bitcoin kaufen in Österreich.

Wann du eines brauchst#

Eine ausländische Börse. Kraken, Bitvavo, Coinbase: zugelassen in der EU, aber keine inländischen Dienstleister. Dort zieht niemand ab. Die Gewinne gehören in die Beilage E1kv zur Einkommensteuererklärung, und dafür musst du für jeden Verkauf die Anschaffungskosten kennen. Bei dreißig Käufen über zwei Jahre ist das Handarbeit, bei dreihundert ein Tool. Was der fehlende Abzug bei Bitvavo gegenüber Bitpanda in Euro und Arbeit ausmacht, rechnet Bitpanda oder Bitvavo durch.

Verluste bei einem, Gewinne beim anderen. Bitpanda zieht bei deinem Gewinn Steuer ab; bei Kraken hast du im selben Jahr Verlust gemacht. Den Ausgleich bekommst du nur in der Veranlagung — und nur mit einer Aufstellung. Was dabei geht und was nicht, steht in Krypto-Verluste in der Steuererklärung.

Der Anbieter kennt deinen Kaufpreis nicht. Hast du Coins von einer eigenen Wallet eingezahlt und verkaufst sie, muss der Anbieter nach § 93 Abs. 4a EStG annehmen, die Anschaffungskosten seien die Hälfte des Erlöses. Das ist meist zu viel Steuer. Den echten Wert weist du in der Veranlagung nach — mit einer Aufstellung, die ein Tool aus deinen Daten baut.

Laufende Einkünfte. Erträge aus Lending oder Liquidity Mining sind laufende Einkünfte nach § 27b Abs. 2 EStG und werden mit 27,5 Prozent besteuert, in Euro zum Zeitpunkt des Zuflusses. Bei monatlichen Gutschriften ist das ohne Tool kaum sauber zu führen — siehe Krypto-Lending und Steuern.

Was ein Tool für Österreich können muss#

Die meisten Tools kommen aus Deutschland oder dem englischen Sprachraum und rechnen dort richtig. Für Österreich müssen sie vier Regeln kennen, die anders sind:

Regel in ÖsterreichRechtsgrundlageWas das Tool tun muss
Anschaffungskosten nach gleitendem Durchschnittspreis, nicht FIFO§ 2 KryptowährungsVOje Wallet oder Adresse den Durchschnitt aller Käufe derselben Kryptowährung führen
Tausch Krypto gegen Krypto ist kein Veräußerungsvorgang§ 27b Abs. 3 EStG; so auch das Finanzministeriumbeim Tausch keinen Gewinn ausweisen, die Anschaffungskosten weiterführen
Altvermögen bis 28. Februar 2021 ist steuerfrei§ 124b Z 384 EStGBestände nach Kaufdatum trennen und nicht in den Durchschnitt mischen
Keine Haltefrist§ 27b EStGkeine Fristprüfung — wer eine anbietet, rechnet deutsch

Dazu kommt, was kein Gesetz vorschreibt, aber den Unterschied macht: Das Tool muss Gewinne, bei denen der Anbieter schon abgezogen hat, getrennt ausweisen. Sonst erklärst du sie doppelt.

Wo du es findest: Jedes Tool hat eine Länderseite oder einen Musterbericht. Steht dort „FIFO" als einzige Methode und „Haltefrist" als Funktion, ist das Tool für Deutschland gebaut. Steht dort „gleitender Durchschnittspreis" und „E1kv", wurde zumindest für Österreich gedacht.

Blockpit, CoinTracking, Koinly: drei Anbieter, ohne Sieger#

Alle Angaben laut Anbieter, abgerufen am 19. Oktober 2026. Wir haben keines dieser Tools mit eigenen Daten getestet — was unten steht, ist, was die Anbieter über sich sagen.

BlockpitCoinTrackingKoinly
SitzBlockpit AG, LinzDeutschlandnicht geprüft
KostenlosPortfolio-Verfolgung ohne Berichtbis 200 Transaktionenbis 100 Transaktionen, ohne Bericht
Günstigster Bericht49 € bis 50 Transaktionen39 € im Jahr bis 200 Transaktionen49 $ je Steuerjahr bis 100 Transaktionen
Mittlere Stufen99 € bis 1.000, 149 € bis 3.000129 € bis 3.50099 $ bis 1.000, 199 $ bis 3.000
Obere Stufen229 € bis 10.000, 549 € darüber219 € ab 20.000, 769 € unbegrenztdarüber laut Anbieter auf Anfrage
Österreich laut Anbietereigener Bericht mit Ausfüllhilfe für E1 und E1kv, gleitender Durchschnittspreis, trennt Gewinne mit bereits erfolgtem KESt-Abzug„Steuerreports für Österreich" laut Preisseite; Methode nicht geprüftLeitfaden zu Österreich vorhanden; ob die Regeln seit 2022 vollständig abgebildet sind, nicht geprüft — im Hilfeforum des Anbieters fragen Nutzer danach

Was an dieser Tabelle auffällt: Nur bei Blockpit steht die österreichische Rechenregel beim Anbieter selbst nachlesbar. Das macht das Tool nicht automatisch richtig — ein Report ist eine Rechnung, keine Bestätigung — aber es ist der Unterschied zwischen „für Österreich gebaut" und „auch in Österreich verkauft". Bei den anderen beiden siehst du vor dem Kauf nach, welche Methode der Bericht anwendet.

Preise ändern sich. Die Transaktionsgrenzen gelten je Steuerjahr beziehungsweise je Jahr — bei einem Sparplan mit zwölf Ausführungen ist das egal, bei täglichem Handel nicht.

Der Unterschied zu den Rechnern hier#

Der Haltefrist-Rechner beantwortet eine Frage: Ist dein Kauf Altvermögen, und was gälte in Deutschland? Er rechnet im Browser und will keine Daten sehen. Ein Steuer-Tool beantwortet eine andere: Was erklärst du für das abgelaufene Jahr? Dafür braucht es deine ganze Historie.

Was Steuer-Tools grundsätzlich tun und woran die meisten Reports scheitern — fehlende Importe, Anschaffungskosten von null — steht in Krypto-Steuer-Rechner und -Tools. Dort geht es um Deutschland; die Fehlerquellen sind dieselben.

Datenschutz, in einem Absatz#

Ein Tool sieht jede Transaktion, oft über einen API-Schlüssel direkt bei der Börse. Nimm einen Schlüssel, der nur lesen darf, nie einen mit Handels- oder Auszahlungsrecht. Ein CSV-Export statt Schlüssel ist die sparsamere Variante. Und das Tool darf nie nach der Seed Phrase fragen — tut es das, ist es keines.

Wenn du es kurz willst#

Nur inländische Anbieter, keine Verluste, keine Einzahlungen von außen: kein Tool nötig. Eine ausländische Börse, Lending-Erträge oder ein Verlustausgleich: Tool oder Steuerberaterin — wann welches. Und egal womit: Der Bericht ist eine Rechnung aus deinen Daten. Fehlt ein Kauf, fehlt er im Bericht.

Stand 19.10.2026. Rechtslage laut Finanzministerium (Seite zur steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen, Stand dort 1. Jänner 2026), EStG und KryptowährungsVO im RIS; Preise und Länderangaben laut Preis- und Hilfeseiten der drei Anbieter, abgerufen am 19.10.2026. Kein Tool getestet. Keine Steuerberatung.

Keine Anlageberatung. Dieser Text erklärt, wie etwas funktioniert — er sagt nicht, was du kaufen sollst. Alle Angaben ohne Gewähr.

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