Krypto-Börsen im Vergleich: Deutschland, Österreich, Schweiz
Wer „beste Bitcoin-Börse" sucht, findet Ranglisten mit Testnoten, Bonuscodes und einem Sieger. Diese Seite hat keinen Sieger.
Der Grund ist einfach: Eine Prozentnote ist keine Messung. Wo „Testergebnis 95 %" steht, wurde nichts gemessen, sondern gewichtet — und wer gewichtet, entscheidet den Sieger vorher. Dazu kommt, dass fast alle diese Listen über Partnerlinks finanziert werden. Das muss nicht falsch sein, aber es erklärt, warum der Sieger selten der billigste ist.
Was hier steht, ist der Vergleich ohne diesen Teil: 25 Anbieter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Betreiber, Aufsicht, Bauart und Kosten. Jede Angabe stammt vom Anbieter selbst, aus seinen Geschäftsbedingungen oder aus einem amtlichen Register. Jede trägt ihren Stand. Und wo wir etwas nicht nachprüfen konnten, steht nicht geprüft — nicht eine Zahl von woanders.
Vier Dinge vorweg:
- Die erste Frage ist nicht der Preis, sondern die Bauart: Kommen die Bitcoin wieder heraus? Bei drei der sieben deutschen Anbieter in dieser Liste lautet die Antwort nein.
- Seit dem 1. Januar 2026 genügt in Deutschland und Österreich keine alte Registrierung mehr. Beide Länder haben ihre Übergangsfrist an Silvester 2025 enden lassen, EU-weit war am 1. Juli 2026 Schluss.
- Die Schweiz ist ein anderer Rechtsraum. Die großen Schweizer Anbieter bedienen EU-Kunden deshalb über eigene Gesellschaften in Frankreich oder Liechtenstein — und nicht jede Schweizer Firma steht unter Aufsicht der FINMA, auch wenn es so klingt.
- Die ausgewiesene Gebühr ist bei mehreren Anbietern nicht der größte Posten. Wer schreibt, es fielen „außer dem Spread keine weiteren Kosten" an, und den Spread nicht beziffert, hat keinen Preis genannt.
Die drei Bauarten#
Vor jeder Gebührenzahl steht diese Frage, weil sie alles andere ordnet: Wo liegen die Bitcoin nach dem Kauf, und kommen sie wieder heraus?
- Verwahrung mit Auszahlung. Die Coins liegen beim Anbieter, du kannst sie jederzeit auf eine eigene Wallet holen. Der Normalfall bei Börsen.
- Nicht verwahrend. Die Bitcoin gehen beim Kauf direkt in eine Wallet, die dir gehört. Der Anbieter hält sie nie.
- Verwahrung ohne Auszahlung. Du hältst einen Anspruch, keine Bitcoin. So arbeiten die Angebote der Sparkassen und Volksbanken — und, wie die erste Tabelle zeigt, auch zwei bekannte deutsche Broker.
Keine dieser Bauarten ist grundsätzlich falsch. Du solltest nur wissen, welche du hast, bevor du einzahlst. Warum das mehr ist als eine Formalie, steht im Glossar unter Not your keys und ausführlich in Wenn die Börse nicht auszahlt.
Deutschland#
| Anbieter | Betreiber, Sitz | Aufsicht und Zulassung | Bauart und Auszahlung | Kosten laut Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| BSDEX | Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH, Stuttgart | BaFin; verwahrt wird über die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, die eine MiCAR-Zulassung hält | Verwahrung mit Auszahlung; die Gebührenseite nennt „keine weiteren Kosten" für die Transaktion der Kryptowährungen und deren Verwahrung | Maker 0,20 %, Taker 0,35 %, mindestens 0,01 € je Order |
| BISON | EUWAX AG, Stuttgart | BaFin | Verwahrung mit Auszahlung; Krypto-Auszahlung laut Kostenseite kostenlos | Spread im Mittel 1,25 % bei Bitcoin und Ether, 1,75 % bei allen anderen; Karte, Apple Pay und Google Pay 2,49 %; Euro rein und raus kostenlos |
| Trade Republic | Trade Republic Bank GmbH, Berlin | BaFin und Bundesbank; MiCAR-Zulassung seit 28.04.2025 | Verwahrung mit Auszahlung seit dem 14.11.2025, rund 50 Kryptowerte lassen sich senden und empfangen; Verwahrer BitGo Europe GmbH | „außer dem Spread keine weiteren Kosten" — die Höhe des Spreads nennt der Anbieter nicht |
| justTRADE | Sutor Bank GmbH, Hamburg; Verwahrer Tangany GmbH, München | BaFin | Verwahrung ohne Auszahlung. Wörtlich: „Die Ein- wie auch die Auslieferung von Kryptowerten ist bei uns grundsätzlich nicht möglich" | 0,125 % Orderprovision zuzüglich Handelsplatzspread, dieser mindestens 0,175 %; ab 25 € Ordervolumen |
| finanzen.net zero | Betreiber nicht geprüft; Verwahrer Tangany GmbH | Tangany ist laut Anbieter von der BaFin reguliert; die Erlaubnis des Betreibers ist nicht geprüft | Verwahrung ohne Auszahlung. Auf die Frage nach Übertragungen von außen oder nach außen: „Nein, das geht leider nicht" | 1 % Provision, bei Orders unter 500 € zusätzlich 1 €; ein Spread wird erwähnt, aber nicht beziffert |
| Scalable Capital | Scalable Capital Bank GmbH, München | nicht geprüft | Keine Coins, sondern Krypto-ETPs. Wörtlich: „Eine direkte Auszahlung von Kryptowährungen auf eine private Wallet ist über den Scalable Broker technisch nicht möglich" | nicht geprüft |
| bitcoin.de | futurum bank AG; die Verschmelzung der Bitcoin Deutschland AG auf sie wurde am 13.10.2020 eingetragen | BaFin | nicht geprüft | nicht geprüft |
Der Blick lohnt sich in der vierten und fünften Zeile. Bei justTRADE und finanzen.net zero kaufst du echte Kryptowerte, keine Zertifikate — und trotzdem verlassen sie das Haus nicht. Das ist die dritte Bauart, und sie steht nicht in der Werbung, sondern in einer Hilfeseite und einem Preisverzeichnis. Bei Scalable Capital ist es noch eine Stufe anders: Dort hältst du ein Wertpapier auf den Kursverlauf, keine Bitcoin.
Für bitcoin.de ließen sich für diese Fassung keine Angaben beim Anbieter selbst abrufen. Deshalb steht dort dreimal nicht geprüft und keine Zahl aus zweiter Hand.
Österreich#
| Anbieter | Betreiber, Sitz | Aufsicht und Zulassung | Bauart und Auszahlung | Kosten laut Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Bitpanda | Bitpanda GmbH, Wien, FN 569240v | FMA; MiCAR-Zulassung seit April 2025 | Verwahrung mit Auszahlung | Bitcoin 0,99 % Handelsgebühr, über die Oberfläche Fusion ab 0,25 %; Netzwerkgebühren werden durchgereicht und nicht einbehalten. Kosteninformationsdokument 3.0.0 vom 02.02.2026 |
| 21bitcoin | FIOR Digital GmbH, Salzburg, FN 556789h | FMA; MiCAR-Zulassung seit 27.11.2025 | Verwahrung mit Auszahlung; laut Geschäftsbedingungen kann die Rückgabe jederzeit verlangt werden | Sofortkauf 1,29 bis 1,49 %, Sparplan 0 % ab dem 8. Tag, Limit-Order 1,49 %, Verkauf 1,49 %; Bitcoin-Auszahlung 1.000 Sats, Euro-Auszahlung 1 €, Verwahrung 0 €. Seite zuletzt geändert am 26.08.2026 |
| Coinfinity | Coinfinity GmbH, Graz, FN 415803a | FMA; MiCAR-Zulassung seit 19.12.2025 | Nicht verwahrend. Die Geschäftsbedingungen sagen es ausdrücklich: „Die Nutzung unserer Dienstleistungen setzt die Verwendung einer self-hosted Wallet voraus" | 1,5 % Servicegebühr, mindestens 0,49 € je Vorgang, dazu die Netzwerkgebühr |
| Bybit EU | Bybit EU GmbH, Wien, FN 636180i | FMA; MiCAR-Zulassung seit 28.05.2025 | Verwahrung; Transferdienste sind Teil der Zulassung | nicht geprüft |
Schweiz#
| Anbieter | Betreiber, Sitz | Aufsicht und Zulassung | Bauart und Auszahlung | Kosten laut Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Relai | Relai AG, Schweiz; EU-Kunden über die Relai EU SASU, Paris | Schweiz: Selbstregulierung nach dem Geldwäschereigesetz, keine FINMA-Bewilligung. EU: MiCAR-Zulassung über die französische Aufsicht | Nicht verwahrend, die Preisseite spricht von einer „nicht-verwahrenden Wallet" | 1,0 % Servicegebühr, Kartenzahlung zusätzlich 3,0 %; ein Sparplan-Kauf bis 100 CHF/EUR im Monat gebührenfrei. Diese Fassung der Preispolitik gilt seit 01.01.2026 |
| Pocket Bitcoin | Pocket App AG, Schweiz | nicht geprüft | Nicht verwahrend, die Bitcoin gehen automatisch an die eigene Wallet | 1,5 % Servicegebühr laut FAQ; keine eigene Auszahlungsgebühr, nur die Netzwerkgebühr |
| Bitcoin Suisse | Bitcoin Suisse AG, Zug; für die EU die Bitcoin Suisse (Europe) AG | Die FINMA schrieb 2021 ausdrücklich, das Unternehmen werde „not supervised by FINMA", sondern von einer Selbstregulierungsorganisation beaufsichtigt. Die EU-Gesellschaft hat seit 23.06.2026 eine MiCAR-Zulassung aus Liechtenstein | Verwahrung | nicht geprüft |
| Swissquote | Swissquote Bank AG | FINMA, Bankbewilligung | Verwahrung mit Auszahlung | 1,00 % Maker und 1,00 % Taker in der Grundstufe, fallend nach Volumen; Bitcoin-Auszahlung 10 USD; Depotgebühr 20 bis 50 CHF je Quartal |
| Yuh | Yuh SA; die Bank- und Finanzdienstleistungen erbringt die Swissquote Bank AG | FINMA über Swissquote | nicht geprüft | 1 % beim Krypto-Handel. Für einen Wohnsitz in Deutschland oder Österreich verlangt Yuh einen Wohnsitznachweis und eine Ersteinzahlung von mindestens 500 EUR/CHF |
| Mt Pelerin | Mt Pelerin Group SA, Neuchâtel | Selbstregulierung über SO-FIT nach dem Geldwäschereigesetz, von der FINMA anerkannt | Nicht verwahrend: „Mt Pelerin does not hold the crypto assets of the User" | Banküberweisung bis 499 gebührenfrei, 500 bis 4.999: 1,3 %, darüber fallend bis 0,6 %; Karte 2,5 bis 3,8 %; Bitcoin-Auszahlung ohne eigene Gebühr |
Die großen Plattformen, die von hier aus genutzt werden#
| Anbieter | Betreiber, Sitz | Aufsicht und Zulassung | Bauart und Auszahlung | Kosten laut Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Kraken | Payward Europe Solutions Limited und Payward Global Solutions Limited, Irland | Zentralbank von Irland; MiCAR-Zulassung seit 25.06.2025 | Verwahrung mit Auszahlung | Kraken Pro 0,40 % Maker und 0,80 % Taker in der Grundstufe; in der App 1 % bei Sofort- und wiederkehrenden Käufen, 1,5 % bei eigenen Orders. Die Auszahlungsgebühr steht nicht auf der Gebührenseite |
| Bitvavo | Bitvavo B.V., Amsterdam | niederländische AFM; MiCAR-Zulassung seit 26.06.2025 | Verwahrung mit Auszahlung | 0,15 % Maker und 0,25 % Taker in der untersten Stufe; Bitcoin-Auszahlung 0,000019 BTC; SEPA-Überweisung 0,00 € |
| Coinbase | Coinbase Luxembourg S.A. | CSSF Luxemburg; MiCAR-Zulassung seit 20.06.2025 | Verwahrung; Transferdienste sind Teil der Zulassung | nicht geprüft |
| Bitstamp | Bitstamp Europe S.A., Luxemburg | CSSF Luxemburg; MiCAR-Zulassung | Verwahrung; Einzelheiten nicht geprüft | nicht geprüft |
| OKX | OKX Europe Limited, Malta | MFSA Malta; MiCAR-Zulassung seit 27.01.2025 | Verwahrung; Transferdienste sind Teil der Zulassung | 0,200 % Maker und 0,350 % Taker für Nutzer im EWR ohne Volumenstufe |
| Crypto.com | Foris DAX MT Limited, Malta | MFSA Malta; MiCAR-Zulassung seit 27.01.2025 | Verwahrung; Transferdienste sind Teil der Zulassung | nicht geprüft |
| Binance | keine EU-Gesellschaft mit MiCAR-Zulassung angegeben | Die eigene Lizenzseite nennt keine Zulassung aus der EU oder dem EWR; im Blogbeitrag vom Juni 2026 heißt es, man arbeite weiter daran | nicht geprüft | nicht geprüft |
| Kriptomat | Kriptomat, Estland | keine MiCAR-Zulassung, der Antrag wurde zurückgezogen | Wird abgewickelt. Der regulierte Betrieb endete am 30.06.2026, der Zugang zum Konto am 01.09.2026 | entfällt |
Die letzten beiden Zeilen sind der Grund, warum die Frage nach der Zulassung keine Formalie ist. Bei Kriptomat ist der Zugang zum Konto seit einer Woche zu. Das ist kein Skandal — das Unternehmen hat es angekündigt und geordnet abgewickelt — aber es ist der Normalfall, wenn eine Zulassung fehlt.
Was sich zum 1. Januar 2026 geändert hat#
Bis Ende 2025 durfte ein Anbieter, der vorher schon registriert war, ohne MiCAR-Zulassung weiterarbeiten. Diese Übergangsfrist ist abgelaufen: in Deutschland nach § 50 KMAG mit Ablauf des 31. Dezember 2025, in Österreich nach § 23 MiCA-VVG zum selben Tag. Beide Länder haben die Frist damit verkürzt — EU-weit lief sie noch bis zum 1. Juli 2026.
Daraus folgt eine Prüfung, die eine Minute dauert: Steht der Anbieter im Register? Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA führt das Verzeichnis der zugelassenen Anbieter. Wer dort fehlt und trotzdem Kunden in der EU annimmt, arbeitet ohne Zulassung.
Was das praktisch bedeutet, hat die ESMA am 23. Juni 2026 aufgeschrieben. Anbieter ohne Zulassung müssen sofort aufhören, neue EU-Kunden aufzunehmen, dürfen nur noch abwickeln, und die Verwahrung darf lediglich so lange weiterlaufen, wie der geordnete Ausstieg dauert. Den Kunden solcher Anbieter rät die Behörde, ihre Bestände zu einem zugelassenen Anbieter zu übertragen — oder auf eine selbst verwaltete Wallet.
Was die Zulassung ausdrücklich nicht ist: eine Einlagensicherung. Die gibt es für Kryptowerte nicht, die 100.000 € deiner Bank gelten hier nicht. Was MiCAR sonst noch ändert, steht in MiCAR: was die EU-Regeln für dich als Käufer ändern.
Die Schweiz ist ein anderer Rechtsraum#
MiCAR gilt in der Schweiz nicht, und „reguliert" heißt dort drei sehr verschiedene Dinge.
Eine Bankbewilligung der FINMA ist die stärkste Form — Swissquote hat sie, und die Yuh-App fährt darauf mit. Eine Selbstregulierung nach dem Geldwäschereigesetz ist etwas anderes: Das Unternehmen ist einer von der FINMA anerkannten Organisation angeschlossen, steht aber nicht selbst unter deren Aufsicht. Bei Bitcoin Suisse hat die FINMA das 2021 in einer eigenen Mitteilung klargestellt. Relai und Mt Pelerin arbeiten ebenfalls in dieser zweiten Kategorie.
Für dich als Kundin oder Kunde in Deutschland oder Österreich zählt aber vor allem eine dritte Frage: Mit welcher Gesellschaft schließt du eigentlich den Vertrag? Relai bedient EU-Kunden über eine Gesellschaft in Paris, Bitcoin Suisse über eine in Liechtenstein. Und Yuh verlangt bei einem Wohnsitz in Deutschland oder Österreich einen Wohnsitznachweis samt Ersteinzahlung von mindestens 500 Euro. Der Name auf der App ist nicht immer der Name auf dem Vertrag.
Was die Kostenspalte nicht sagen kann#
Die Zahlen oben sind das, was die Anbieter ausweisen. Sie sind nicht das, was du zahlst.
Denn dazwischen liegt der Spread: die Spanne zwischen dem Kurs, zu dem verkauft wird, und dem, zu dem gekauft wird. Er taucht in keiner Abrechnung als Posten auf, und genau deshalb ist er der teuerste. Drei Beispiele aus den Tabellen, alle wörtlich von den Anbietern:
- Trade Republic schreibt, es fielen „außer dem Spread keine weiteren Kosten" an — und beziffert den Spread nicht.
- finanzen.net zero wirbt mit „reduziertem Spread" — ohne Zahl.
- justTRADE nennt wenigstens eine Untergrenze: 0,125 % Orderprovision zuzüglich Handelsplatzspread, dieser mindestens 0,175 %.
Bei einer Börse mit Maker-Taker-Modell wie BSDEX, Bitvavo oder Kraken Pro ist die Lage anders: Dort entsteht der Preis im Orderbuch, und die Gebühr steht als eigene Zahl daneben. Der Unterschied zwischen diesen beiden Welten ist in Börse oder Broker auseinandergenommen.
Und die Kostendokumente nach MiCAR? Seit der Zulassungspflicht veröffentlichen die Anbieter förmliche Kosteninformationen — bei Bitpanda etwa ein vierseitiges PDF mit Versionsnummer und Datum. Das ist ein echter Fortschritt gegenüber einer Marketingseite, und es lohnt sich, danach zu suchen. Die eigene Rechnung ersetzt es trotzdem nicht: Das Dokument führt die Handelsgebühr auf, die Blockchain-Gebühr und eine Wiederherstellungsgebühr — eine Zeile für den Aufschlag im Kurs steht nicht darin.
Der ehrliche Vergleich braucht deshalb keine Tabelle, sondern eine Quittung. Kaufe bei zwei Anbietern für denselben Betrag und notiere, wie viele Bitcoin ankommen. Diese eine Zahl enthält alles: Gebühr, Spread, Rundung. Wie so eine Rechnung aussieht, steht in 20 Euro in Bitcoin, und welche Posten dabei zusammenkommen, in Günstige Krypto-Börse.
Sechs Fragen, mit denen du jeden Anbieter selbst einordnest#
Die Tabellen oben altern. Diese Fragen nicht — sie funktionieren auch bei einem Anbieter, den es heute noch nicht gibt.
1. Kommst du wieder raus? Kannst du Bitcoin auf eine eigene Adresse abheben, und was kostet das? Wo es steht: auf der Gebührenseite. Findest du eine Zeile „Bitcoin-Auszahlung" mit einem Betrag, geht es. Fehlt sie, ist das eine Antwort und keine Lücke — bei justTRADE und finanzen.net zero steht das Nein sogar ausgeschrieben.
2. Wer beaufsichtigt den Anbieter, und steht er im Register? Ein seriöser Anbieter schreibt Behörde und Rechtsgrundlage ins Impressum. Das genügt aber nicht: nachschlagen. Ein Anbieter, der eine Behörde nennt und im Register fehlt, ist erledigt. Die Warnzeichen daneben stehen in Woran erkenne ich eine seriöse Bitcoin-Börse.
3. Was kostet es wirklich? Handelsgebühr, Spread und Netzwerkgebühr zusammen — messbar nur an der Menge Bitcoin, die ankommt. Was eine Überweisung im Netz gerade kostet, rechnet der Gebührenrechner aus.
4. Wie kommt der Euro rein und wieder raus? Einzahlen geht fast überall schnell. Interessant ist die Gegenrichtung: Echtzeitüberweisung oder normale SEPA-Überweisung? Dazu die Limits je Verifizierungsstufe — wer das erst merkt, wenn er das Geld braucht, wartet Tage. Ausführlich in Kann ich Bitcoin jederzeit verkaufen?
5. Bekommst du deine Zahlen für die Steuer? Für jeden Kauf brauchst du Datum, Menge und Kurs in Euro. Wo es steht: in den Kontoeinstellungen unter „Berichte" oder „Steuerreport". Prüfe, ob der Export ohne Zusatzkosten kommt und wie weit er zurückreicht.
6. Was passiert, wenn der Anbieter verschwindet? Bei Verwahrung liegen deine Coins in seiner Bilanz. Die einfachste Antwort auf diese Frage ist, sie sich nicht stellen zu müssen: Was du länger halten willst, holst du herunter. Welche Aufbewahrung zu welchem Betrag passt, steht in Bitcoin sicher aufbewahren.
Ein Fall, an dem sichtbar wird, warum Frage 1 zuerst kommt#
Rund um 21bitcoin kursiert die Formulierung, die Bitcoin gingen „direkt auf die eigene Wallet" — das klingt nach nicht verwahrend. Die Gebührenseite des Anbieters führt aber beides auf: eine versicherte Verwahrung für 0 € und eine Bitcoin-Auszahlung zu 1.000 Sats. In den Geschäftsbedingungen steht dazu, die Rückgabe könne jederzeit verlangt werden.
Das ist Verwahrung mit Auszahlungsmöglichkeit — völlig in Ordnung, aber eben nicht dasselbe wie bei Relai, Coinfinity, Pocket Bitcoin oder Mt Pelerin, wo die Coins von Anfang an in deiner Wallet liegen. Wer sich auf die Werbeformulierung verlässt, ordnet den Anbieter in die falsche der drei Bauarten ein. Wer die Gebührenseite liest, sieht es in zwei Zeilen.
Steuern: dieselben Coins, drei Rechtslagen#
Der Anbieter entscheidet nicht über deine Steuer, dein Wohnsitz tut das — aber der Anbieter entscheidet, ob du die Zahlen dafür bekommst.
In Deutschland entscheidet das Anschaffungsdatum über die einjährige Haltefrist; was daraus folgt, steht in Bitcoin-Steuern in Deutschland, und ob deine Frist schon abgelaufen ist, rechnet der Haltefrist-Rechner aus. In Österreich entscheidet dasselbe Datum über die Frage des Altvermögens — siehe Bitcoin-Steuern in Österreich. Für die Schweiz gilt eine dritte Rechtslage, die diese Seite nicht behandelt.
In allen drei Fällen gilt derselbe praktische Rat: Hol dir den Export, solange du das Konto hast. Börsen schließen, ändern Formate und löschen alte Daten — Kriptomat in der Tabelle oben ist das frische Beispiel. Verlass dich nicht darauf, dass die Zahlen in fünf Jahren noch abrufbar sind.
Warum jede Zahl hier ein Datum trägt#
Weil sie sonst in wenigen Wochen falsch wäre. Anbieter ändern Sätze, führen Aktionen ein, staffeln nach Volumen und bauen ganze Produkte um: Trade Republic erlaubt die Auszahlung auf eine eigene Wallet erst seit November 2025, Bitcoin Suisse bedient EU-Kunden erst seit dem Sommer 2026 über eine eigene Gesellschaft.
Deshalb steht in den Tabellen, woher eine Angabe kommt und wann sie galt. Wenn du das liest und das Datum weit zurückliegt, gilt: nachsehen, nicht glauben. Das ist keine Ausrede, sondern derselbe Maßstab, den diese Seite an ihre eigenen Zahlen anlegt.
Und deshalb steht dort, wo sich nichts prüfen ließ, nicht geprüft statt eines Werts aus einem Vergleichsportal. Eine Lücke, die man sieht, ist besser als eine Zahl, der man nicht ansieht, woher sie kommt.
Weiterlesen#
- Börse oder Broker: wo kaufe ich Bitcoin? — der Unterschied zwischen den Anbietertypen
- Woran erkenne ich eine seriöse Bitcoin-Börse? — die Warnzeichen
- BSDEX: die Krypto-Börse der Börse Stuttgart — ein deutscher Handelsplatz im Detail
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