Coinbase-Steuerreport: den gibt es für Deutschland und Österreich nicht — was du stattdessen herunterlädst
Einen Steuerreport für Deutschland oder Österreich liefert Coinbase nicht: Die Steuerformulare und die Gewinn-Verlust-Übersicht im Tax Center sind für US-Kunden gebaut. Was du stattdessen brauchst, sind die Kontoauszüge — unter Einstellungen, Konten, Kontoauszüge als CSV, PDF oder HTML, monatlich oder frei zusammengestellt, zurück bis zur Kontoeröffnung. Für die Haltefrist zählen dabei auch Käufe aus früheren Jahren.
Wer nach dem Coinbase-Steuerreport sucht, landet schnell bei Formularen mit Namen wie 1099-DA oder 8949. Die sind für die USA. Für das Finanzamt in Deutschland oder Österreich stellt Coinbase keinen fertigen Bericht aus.
Das steht so in der Coinbase-Hilfe selbst: Kunden außerhalb der USA bekommen keine Steuerformulare, sollen aber den Transaktionsverlauf für ihre Steuerpflichten nutzen. Genau um den geht es hier.
Was es bei Coinbase gibt — und für wen#
| Dokument | Für wen | Brauchst du es? |
|---|---|---|
| Formulare 1099-MISC, 1099-B, 1099-DA | US-Kunden | nein |
| Gewinn-Verlust-Übersicht im Tax Center | US-Kunden | nein |
| Kontoauszüge (monatlich oder selbst zusammengestellt) | alle | ja |
Die Gewinn-Verlust-Übersicht wäre die bequemste Lösung, aber sie rechnet nach US-Regeln. Für dich zählt, was in den Kontoauszügen steht: jeder Kauf, jeder Verkauf, jeder Tausch, mit Datum, Menge und Preis.
So holst du die Kontoauszüge#
Am Rechner: Profilsymbol → Einstellungen → Konten → Kontoauszüge (in der englischen Oberfläche: Statements).
In der App: Hauptmenü → Konto und Einstellungen → Kontoauszüge.
Dort hast du zwei Möglichkeiten:
- Einen fertigen Monatsauszug herunterladen, als HTML, PDF oder CSV.
- Einen eigenen Auszug erstellen: Asset, Transaktionsart und Zeitraum wählen, Format wählen, erstellen.
Für die Steuer nimmst du die zweite Variante, als CSV. Eine CSV-Datei lässt sich in eine Tabelle oder ein Steuer-Tool übernehmen; ein PDF nur abtippen.
Der Zeitraum: nicht nur das Steuerjahr#
Hier liegt der Fehler, der später teuer wird. Wer nur die Auszüge des Steuerjahres holt, hat die Verkäufe — aber nicht die Käufe, aus denen sie stammen.
In Deutschland hängt alles an der Haltefrist: Verkauft ist steuerfrei, was länger als ein Jahr gehalten wurde. Ob das so ist, zeigt nur das Kaufdatum, und das liegt oft in einem früheren Jahr. Dazu kommt die Reihenfolge: Als verkauft gilt, was du zuerst gekauft hast, geführt je Konto. Wie das genau läuft, steht unter FIFO: welche Coins du eigentlich verkaufst.
In Österreich gibt es keine Haltefrist, aber auch dort brauchst du die Anschaffungskosten — und ein Tausch zwischen zwei Kryptowährungen ist steuerneutral, die Kosten wandern mit. Wer nur das Verkaufsjahr hat, kennt den Ausgangspunkt nicht. Die Regeln stehen unter Bitcoin und Steuern in Österreich.
Deshalb: Zeitraum ab der Kontoeröffnung wählen. Die Auszüge reichen laut Coinbase bis zu diesem Tag zurück — auch die „Steuerunterlagen aus dem Vorjahr", nach denen viele suchen, sind nichts anderes als ein Auszug mit dem passenden Zeitraum.
Die Einstellung, die dich nicht betrifft#
In den Steuereinstellungen lässt Coinbase eine Methode wählen, nach der Gewinne berechnet werden: HIFO, LIFO oder FIFO. Das folgt den Regeln der US-Steuerbehörde und betrifft Coinbases eigene Gewinnrechnung.
Für die deutsche Steuer ändert diese Einstellung nichts. Welche Coins als verkauft gelten, legt nicht Coinbase fest, sondern das Gesetz — siehe oben.
Was nicht in den Auszügen steht#
- Coinbase Wallet, die eigene App zum Selbstverwahren, gehört nicht dazu. Was dort passiert ist, musst du aus der Wallet selbst belegen.
- Coinbase Pro gibt es nicht mehr. Die frühere Aktivität lässt sich laut Coinbase noch bis 2027 in den Kontoauszügen abrufen — wer dort gehandelt hat, sollte sie jetzt sichern.
- Coins, die du von einer anderen Börse zu Coinbase übertragen hast, tauchen nur als Eingang auf. Das Kaufdatum steht bei der anderen Börse.
Und dann?#
Mit der CSV-Datei gibt es zwei Wege. Bei wenigen Käufen und Verkäufen rechnest du selbst — der Krypto-Steuerrechner nimmt dir die Rechnung für Deutschland und Österreich ab, der Haltefrist-Rechner das Datum. Bei vielen Transaktionen über mehrere Börsen lohnt ein Steuer-Tool, das die Datei einliest; wann sich welches rechnet, steht unter Krypto-Steuer-Tools.
In welche Zeilen der Erklärung das Ergebnis gehört — Anlage SO in Deutschland, E1kv in Österreich —, steht unter Steuererklärung: die Formulare.
Und wer das Konto ohnehin schließen will: Die Auszüge vorher holen. Nach der Schließung kommst du nicht mehr heran. Der Weg dahin steht unter Coinbase-Konto löschen.
Quellen: Coinbase-Hilfe „Download your tax reports", „Leverage your account statements" und „Select your cost-basis accounting method", abgerufen am 25.09.2026. Dieser Text ist keine Steuerberatung.
