Bitpanda oder Coinbase: feste Gebühr gegen Preis in der Vorschau
Bitpanda nennt für Bitcoin eine feste Gebühr von 0,99 Prozent je Kauf. Coinbase nennt für den einfachen Kauf keine Zahl: Gebühr und Spread hängen von Zahlungsart, Betrag und Markt ab und stehen erst in der Vorschau. Wer viel kauft, kann das mit dem Abo Coinbase One umgehen. In Österreich zieht Bitpanda die KESt ab, Coinbase mit Sitz in Luxemburg nicht und liefert für Österreich auch keinen Steuerbericht — nur den Kontoauszug. Kein Sieger.
„Was ist günstiger, Bitpanda oder Coinbase?" Die ehrliche Antwort beginnt mit einem Satz aus der Coinbase-Hilfe: „Die in diesem Artikel genannten Gebühren gelten nicht für alle Regionen." Wer zwei Gebühren vergleichen will, braucht zuerst zwei Zahlen. Bitpanda gibt eine. Coinbase gibt beim einfachen Kauf keine.
Das ist kein Vorwurf, sondern der Kern dieses Vergleichs. Dazu kommt der zweite Unterschied, der in Österreich jedes Jahr wiederkehrt: wer die Steuer rechnet. Stand 25. Oktober 2026, alle Angaben laut Anbieter.
Wer hinter den beiden steht#
| Bitpanda | Coinbase | |
|---|---|---|
| Krypto-Dienste | Bitpanda GmbH, Wien | Coinbase Luxembourg S.A., für Österreich seit 22.09.2025 |
| Euro-Guthaben | Bitpanda | Coinbase Ireland Limited, ein E-Geld-Institut unter Aufsicht der Zentralbank von Irland |
| Aufsicht Krypto | FMA, MiCAR seit 9. April 2025 | Luxemburger CSSF, MiCAR seit 20. Juni 2025 |
| KESt-Abzug in Österreich | ja, seit 1. Jänner 2024 | nein |
Den Coinbase-Eintrag findest du im MiCA-Register der ESMA, mit Österreich in der Liste der Länder. Vor dem 22. September 2025 war der Vertragspartner Coinbase Europe in Irland — wer länger Kunde ist, findet beide Namen in seinen Unterlagen.
Was kostet Bitcoin bei Bitpanda und bei Coinbase?#
| Bitpanda | Coinbase | |
|---|---|---|
| Einfacher Kauf, Gebühr | 0,99 % bei Bitcoin, fest | keine feste Zahl — hängt laut Coinbase von „Zahlungsart, der Ordergröße, den Marktbedingungen, des Gerichtsstands, des Assets" ab |
| Einfacher Kauf, Preisabstand | Aufschlag im Kurs, nicht beziffert | Spread im Kurs, nicht beziffert, „in der Ordervorschau" sichtbar |
| Limit-Order in der App | — | 1 % Ausführungsgebühr; daneben „kann" eine Coinbase-Gebühr von 1,875 % anfallen |
| Orderbuch | Bitpanda Fusion: 0,25 % bis 100.000 € | Coinbase Advanced, „kein Spread enthalten"; die Gebührensätze zeigt Coinbase nur nach dem Einloggen |
| Abo statt Gebühr | — | Coinbase One |
Wo du es findest: Bei Bitpanda im Kostendokument „Kostentransparenz Krypto-Assets", Version 4.0.0 vom 8. Juli 2026. Bei Coinbase in der Hilfe unter „Coinbase-Preise und -Gebühren" — mit dem Hinweis, dass die Zahl für deinen Kauf in der Vorschau steht, nicht im Artikel.
Die 0,5 Prozent Spread, die viele Vergleiche nennen, stehen heute nicht mehr bei Coinbase. Weder die deutsche noch die englische Fassung der Gebührenseite nennt einen Prozentwert. Wir rechnen deshalb hier keine Tabelle in Euro für Coinbase — sie wäre erfunden.
Was du stattdessen tun kannst, ist dasselbe bei beiden: einen Kauf über 100 Euro bis zur Vorschau öffnen, nicht bestätigen. Bei Bitpanda die Menge Bitcoin gegen den Marktkurs rechnen, bei Coinbase zusätzlich die ausgewiesene Gebühr ablesen. Als Marktkurs taugen die 72.039 € hier auf der Seite. Warum die Kurse zweier Apps nie gleich sind, steht in Warum jede Seite einen anderen Bitcoin-Kurs zeigt.
Coinbase One: das Abo gegen die Gebühr#
| Stufe | Preis | Krypto-Käufe ohne Coinbase-Gebühr |
|---|---|---|
| Basic | 4,99 € im Monat oder 49,99 € im Jahr | bis 500 € im Monat |
| Bevorzugt | 24,99 € im Monat oder 239,99 € im Jahr | bis 10.000 € im Monat |
| Premium | 249,99 € im Monat | unbegrenzt |
Das Kleingedruckte: „Coinbase rechnet einen Spread in den Kurs ein" — das Abo erlässt die Gebühr, nicht den Abstand im Preis. Es gilt nicht für Coinbase Advanced, und das Probeabo verlängert sich automatisch.
Zum Einordnen: 4,99 Euro im Monat sind bei Bitpanda die Gebühr für rund 504 Euro Bitcoin-Kauf. Wer im Monat deutlich weniger kauft, zahlt mit dem Abo mehr, als die Bitpanda-Gebühr gekostet hätte.
Steuer in Österreich: Bitpanda rechnet, bei Coinbase rechnest du#
Seit 1. Jänner 2024 ziehen inländische Dienstleister die 27,5 Prozent auf Krypto-Gewinne ab (§ 93 Abs. 2 Z 3 EStG). Bitpanda sitzt in Wien und tut es. Coinbase sitzt in Luxemburg und Irland und ist kein inländischer Dienstleister. In der Coinbase-Hilfe zu Steuern kommen weder Österreich noch die KESt vor.
| Bitpanda | Coinbase | |
|---|---|---|
| KESt beim Verkauf gegen Euro | abgezogen | nicht abgezogen |
| Unterlage für die Steuer | Jahresbescheinigung | Kontoauszug als HTML, PDF oder CSV; ein Gewinn-und-Verlust-Bericht nur für US-Kunden |
| Was du selbst tust | nichts, solange keine Coins von außen kommen | Gewinne mit dem gleitenden Durchschnittspreis rechnen, Beilage E1kv |
| Seit 2026 neu | — | für Neukunden seit 1. Jänner 2026 Steuernummer und Steueransässigkeit Pflicht; ohne Angabe sperrt Coinbase in der EU nach 60 Tagen Handel und Auszahlung |
Coinbase schreibt es selbst: Kunden außerhalb der USA bekommen keine US-Formulare und sollen ihren Kontoauszug verwenden, „to meet your local tax obligations". Was im Kontoauszug steht und wie du daraus die E1kv füllst, steht in Coinbase-Steuerreport. Ob ein Werkzeug die Arbeit lohnt, in Krypto-Steuer-Software für Österreich.
Die Steuernummer fragt Coinbase nicht aus Neugier ab: Coinbase meldet laut eigener Hilfe Jahressummen je Kunde und Art der Tätigkeit an seine zuständige Steuerbehörde, und nach DAC8 gehen diese Daten seit dem Meldejahr 2026 an das Land, in dem du steuerlich ansässig bist. Wer früher bei Coinbase verkauft und nicht erklärt hat: Selbstanzeige wegen Krypto in Österreich.
Geld hinein, Geld heraus#
| Bitpanda | Coinbase | |
|---|---|---|
| SEPA-Überweisung | „keine von Bitpanda erhobenen Gebühren" | „no fees", ein bis drei Werktage |
| Karte | keine von Bitpanda erhobene Gebühr | nur zum direkten Kauf, mit Gebühr laut Vorschau; Einzahlen aufs Konto per Karte in Österreich nicht angeboten |
| PayPal | keine von Bitpanda erhobene Gebühr | zum Kauf und Auszahlen, Gebühr laut Vorschau, Auszahlungssperren möglich |
| Apple Pay, Google Pay | nicht geprüft | zum Kauf, nur mit hinterlegter Visa- oder Mastercard-Debitkarte |
| EPS | nicht geprüft | in keiner Coinbase-Quelle erwähnt |
| Euro auszahlen | keine von Bitpanda erhobene Gebühr | SEPA ohne Gebühr |
Wo du es findest: Bei Bitpanda auf der Seite zu Bitpanda Fusion („Keine von Bitpanda erhobenen Gebühren für alle Einzahlungsmethoden"). Bei Coinbase in der Hilfe unter den Zahlungsarten für europäische Kunden.
Wer bei Coinbase sparen will, überweist per SEPA und kauft aus dem Guthaben. Bei Karte und PayPal kommt eine Gebühr dazu, die Coinbase erst in der Vorschau beziffert.
Bitcoin auf die eigene Wallet#
| Bitpanda | Coinbase | |
|---|---|---|
| On-Chain | Blockchain-Gebühr, die Bitpanda „weder festgelegt noch einbehalten" | Gebühr „auf unserer Schätzung der vorherrschenden Netzwerkgebühren", die tatsächliche kann abweichen |
| Lightning | nicht geprüft | ja, 0,2 % des Betrags, nur über Rechnungen |
| Nachweis der eigenen Wallet | nicht geprüft | kann verlangt werden: signierte Nachricht, Testbetrag oder Xpub |
Der Nachweis bei Coinbase folgt aus der EU-Geldtransferverordnung. Wie eine signierte Nachricht funktioniert, steht in Bitcoin-Adresse signieren; was ein Xpub verrät, in Was ist ein Xpub?. Einen Xpub muss man nicht hergeben, wenn ein Testbetrag reicht.
Coinbase Wallet ist nicht das Coinbase-Konto. Die App, die inzwischen „Base" heißt, ist eine Wallet, deren Schlüssel auf deinem Gerät liegen; ein Coinbase-Konto braucht sie nicht. Wer „Coinbase" sagt, meint fast immer das Konto — und dort verwahrt Coinbase.
Wer die Coins hält#
| Bitpanda | Coinbase | |
|---|---|---|
| Krypto | Bitpanda selbst | Coinbase Luxembourg, laut Nutzervertrag rechtlich und operativ getrennt vom Firmenvermögen; Coins können auf gemeinsamen Adressen und auch außerhalb der Hauptkette liegen |
| Euro | bei Bitpanda | als E-Geld bei Coinbase Ireland, getrennt verwahrt; keine Einlagensicherung |
| Verwahrgebühr | keine ausgewiesen | „kostenloser Kontoservice" |
Der Satz aus dem Coinbase-Vertrag, dass Coins auf „shared blockchain addresses" liegen und als austauschbar behandelt werden können, ist bei keiner Börse ungewöhnlich — nur selten so offen hingeschrieben. Was das im Ernstfall heißt, steht in Wenn die Börse nicht auszahlt.
Sparplan#
Beide bieten ihn. Bitpanda: ab 10 Euro, 0,99 Prozent je Ausführung, den Mindestbetrag haben wir am 22. Oktober in der Bitpanda-Hilfe nachgeschlagen. Coinbase: wöchentlich, am 1. und 15. oder monatlich; eine eigene Gebühr oder einen Mindestbetrag nennt die Hilfe nicht, es gilt die Gebühr des einfachen Kaufs. Beim Anlegen führt Coinbase laut Hilfe sofort einen ersten Kauf aus. Ob regelmäßiges Kaufen überhaupt passt: Jeden Monat gleich viel — oder alles auf einmal?.
Was ist besser, Bitpanda oder Coinbase? Wenn du es kurz willst#
Wer eine Gebühr lesen will, bevor er kauft, und die Steuer erledigt haben will, ist bei Bitpanda. Wer viel und regelmäßig kauft, kann bei Coinbase mit dem Abo die Gebühr umgehen — zahlt aber den Spread, rechnet die Steuer selbst und gibt als Neukunde seine Steuernummer an. Für Lightning-Auszahlungen hat Coinbase eine veröffentlichte Gebühr, Bitpanda haben wir dazu nicht geprüft.
Kein Sieger. Die anderen Vergleiche dieser Reihe: Bitpanda oder Kraken für die Börse aus Dublin, Bitpanda oder Bitvavo für Amsterdam, Bitpanda oder flatex für die Bank aus Graz. Wer Coinbase danach verlassen will: Coinbase-Konto löschen.
Stand 25.10.2026. Coinbase: Hilfe-Artikel „Coinbase-Preise und -Gebühren" (deutsch und englisch), Coinbase Advanced Gebühren, Zahlungsarten für europäische Kunden, Einzahlen und Auszahlen in der EMEA, wiederkehrende Käufe, Mindestkaufbeträge, Lightning, Senden in der EU, Steuern für Kunden außerhalb der USA, Kontoauszüge, internationale Meldungen, MiCA-Wechsel zu Coinbase Luxembourg, Unterschied Coinbase und Wallet; Nutzervertrag EWR (für Österreich gültig ab 22.09.2025); Seite Coinbase One. Die Hilfe-Artikel tragen kein Datum. ESMA-Register der MiCAR-Anbieter (Stand 22.10.2026). Bitpanda: Kostendokument 4.0.0 vom 08.07.2026, Seite zu Bitpanda Fusion; Sparplan-Mindestbetrag laut Hilfe, abgerufen am 22.10.2026; FMA-Zulassung vom 09.04.2025. Alle übrigen abgerufen am 25.10.2026. Keine Anlageberatung, keine Steuerberatung.