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16.09.2026 · 04:40 UTC
Wissen

BSDEX: die Krypto-Börse der Börse Stuttgart

· 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die BSDEX ist der Krypto-Handelsplatz der Börse Stuttgart, betrieben von der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse und von der BaFin als multilaterales Handelssystem beaufsichtigt. Sie handelt eine kleine Auswahl bekannter Kryptowährungen, rechnet nach Maker-Taker-Modell ab und erlaubt die Auszahlung auf ein eigenes Wallet. Wer viele verschiedene Coins sucht, ist hier falsch; wer deutsche Aufsicht und eine nachvollziehbare Gebührenlogik will, richtig.

Die meisten Krypto-Börsen, die man in Deutschland benutzt, sitzen nicht in Deutschland. Die BSDEX ist die Ausnahme, die regelmäßig genannt wird — und deshalb lohnt der genaue Blick, was daran anders ist.

Wer dahintersteht#

BSDEX steht für Börse Stuttgart Digital Exchange. Betrieben wird der Handelsplatz von der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse GmbH, also aus derselben Gruppe wie die klassische Wertpapierbörse Stuttgart. Start war im Dezember 2019.

Aufsichtsrechtlich ist das der entscheidende Punkt: Die BSDEX wird von der BaFin als multilaterales Handelssystem beaufsichtigt. Für die Verwahrung ist eine eigene Gesellschaft der Gruppe zuständig, die als erster deutscher Kryptoverwahrer eine MiCAR-Lizenz der BaFin erhalten hat.

Was Aufsicht leistet und was nicht, steht in Woran erkenne ich eine seriöse Börse — kurz gefasst: Sie schützt nicht vor Kursverlusten, aber sie gibt dir im Streitfall eine zuständige Stelle und eine ladungsfähige Adresse im Inland. Der europäische Rahmen dahinter ist MiCA.

Was der Unterschied zu einem Broker ist#

Die BSDEX ist ein Handelsplatz, kein Händler. Du handelst gegen andere Marktteilnehmer über ein Orderbuch, nicht gegen den Anbieter selbst.

Das ist derselbe Unterschied, den Börse oder Broker ausführlich beschreibt, und er hat zwei praktische Folgen:

  • Der Preis entsteht im Orderbuch. Du siehst, zu welchem Kurs gerade jemand kaufen oder verkaufen will, statt einen fertigen Endpreis vorgesetzt zu bekommen.
  • Du zahlst eine ausgewiesene Gebühr statt eines eingerechneten Aufschlags. Beim Broker steckt die Marge im Kurs und ist unsichtbar. Warum das der teurere Weg sein kann, rechnet Was von zwanzig Euro ankommt vor.

Maker und Taker#

Die Abrechnung folgt dem üblichen Modell an Handelsplätzen:

  • Maker ist, wer eine Order ins Buch legt, die nicht sofort ausgeführt wird — wer also Liquidität bereitstellt.
  • Taker ist, wer eine bestehende Order sofort abräumt.

Taker zahlen typischerweise mehr als Maker. Für dich heißt das: Eine Limit-Order, die im Buch wartet, ist in der Regel günstiger als der schnelle Kauf zum Marktpreis.

Konkrete Prozentsätze nennen wir hier nicht. Gebührenmodelle ändern sich, und eine Zahl, die hier veraltet, ist schlimmer als keine. Die gültigen Sätze stehen im Preisverzeichnis des Anbieters — und die Gebührenrechnung hier auf der Seite hilft dir, sie mit anderen zu vergleichen.

Auszahlung auf das eigene Wallet#

Das ist kein selbstverständliches Merkmal. Manche Anbieter lassen dich nur in Euro zurücktauschen — die Coins verlassen das Haus nie.

Bei der BSDEX ist die Auszahlung auf eine eigene Adresse möglich. Wer das vorhat, sollte es früh und mit einem kleinen Betrag testen, statt es beim ersten Mal mit dem gesamten Bestand zu versuchen; warum, steht in Bitcoin aufbewahren und, für den Fall, dass etwas schiefgeht, in Falsche Adresse.

Wo die Grenzen liegen#

Die Auswahl ist klein. Es sind bekannte, große Kryptowährungen im niedrigen zweistelligen Bereich, keine hunderte Handelspaare. Wer gezielt nach einem kleinen Projekt sucht, findet es hier nicht.

Handelszeiten und Liquidität. Ein Orderbuch ist so gut wie das, was darin liegt. Bei geringem Handelsvolumen kann die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs breiter ausfallen als bei den großen internationalen Plätzen — das ist der Preis dafür, ein deutscher Nischenmarkt zu sein.

Steuerlich ändert sich nichts. Ein deutscher Handelsplatz nimmt dir die Erklärung nicht ab. Es gilt derselbe § 23 EStG wie überall; siehe Bitcoin und Steuern in Deutschland.

Für wen sich das eignet#

Für alle, denen Aufsicht, deutsche Rechtslage und eine sichtbare Gebühr wichtiger sind als die größte Coin-Auswahl. Für den Gegenentwurf — anonym, ohne Ausweis — siehe Krypto-Börse ohne KYC; dort steht auch, warum das in der EU inzwischen kaum noch legal geht.

Wir bekommen von keinem hier genannten Anbieter Geld. Diese Seite verlinkt keine Börsen, sie beschreibt sie.

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