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16.09.2026 · 04:40 UTC
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20 Euro in Bitcoin: was davon wirklich ankommt

· 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Zwischen Überweisung und eigener Wallet liegen vier Posten: Kaufgebühr, Aufschlag auf den Kurs, Auszahlungsgebühr des Anbieters und die Netzwerkgebühr. Bei kleinen Beträgen fressen sie einen zweistelligen Prozentsatz — die Netzwerkgebühr ist dabei unabhängig vom Betrag und trifft kleine Käufe deshalb am härtesten. Wer monatlich kleine Beträge kauft und jedes Mal abhebt, zahlt am meisten.

„Ich probier das mal mit 20 Euro." Der vernünftigste Satz beim Einstieg — und der Betrag, bei dem die Kosten am deutlichsten weh tun.

Rechnen wir die Kette durch. Die genauen Zahlen unterscheiden sich je nach Anbieter; die Struktur ist überall dieselbe, und darauf kommt es an.

Posten 1: Die Kaufgebühr#

Der offen ausgewiesene Teil. Je nach Anbieter zwischen etwa 0,1 und 1,5 Prozent, bei Automaten und einfachen Apps deutlich mehr.

Bei 20 Euro sind das wenige Cent bis etwa 30 Cent. Der kleinste der vier Posten — und der einzige, den die meisten überhaupt wahrnehmen.

Posten 2: Der Aufschlag auf den Kurs#

Der Posten, der selten „Gebühr" heißt.

Du bekommst nicht den Marktkurs, sondern einen leicht schlechteren. Die Differenz zwischen dem, was der Markt gerade zahlt, und dem, was dir angezeigt wird, ist der Aufschlag. Bei großen Börsen ist er klein, bei Anbietern mit dem Werbewort „gebührenfrei" ist er meistens genau dort versteckt.

Rechne mit einem Bereich von unter einem halben Prozent bis zu mehreren Prozent. Nachprüfen lässt er sich in zehn Sekunden: Marktkurs nachsehen, mit dem angezeigten Kurs vergleichen.

Das ist die wichtigste Zeile dieses Textes. Ein Anbieter mit 1 % Gebühr und ohne Aufschlag ist billiger als einer mit 0 % Gebühr und 3 % Aufschlag — und der zweite wirbt mit „kostenlos".

Posten 3: Die Auszahlungsgebühr des Anbieters#

Fällt erst an, wenn du die Coins auf deine eigene Wallet holst. Manche Anbieter verlangen einen festen Betrag, manche geben nur die Netzwerkgebühr weiter, manche schlagen etwas darauf.

Fest heißt: unabhängig vom Betrag. Genau das macht kleine Käufe teuer.

Posten 4: Die Netzwerkgebühr#

Sie geht nicht an den Anbieter, sondern an das Bitcoin-Netzwerk selbst — und sie richtet sich nicht nach dem Betrag, sondern nach der Größe der Überweisung in Bytes und danach, wie voll es gerade ist.

Das ist der entscheidende Punkt: Eine Überweisung über 20 Euro kostet im Netzwerk genau so viel wie eine über 20.000 Euro. Wie viel das gerade ist, zeigt der Gebührenrechner; warum es schwankt, steht in Warum kostet eine Überweisung mal 20 Cent und mal 8 Euro.

In ruhigen Phasen sind es Cent-Beträge. In vollen Phasen mehrere Euro — bei 20 Euro Einsatz also ein zweistelliger Prozentsatz, nur für den Transport.

Die Rechnung#

Ein Beispiel mit mittleren Annahmen, ausdrücklich als Größenordnung und nicht als Preisliste:

Betrag
Überwiesen20,00 €
Kaufgebühr (1 %)−0,20 €
Aufschlag auf den Kurs (1 %)−0,20 €
Auszahlung zum eigenen Wallet−0,30 €
Netzwerkgebühr (ruhige Phase)−0,40 €
In deiner Wallet≈ 18,90 €

Rund 5 Prozent weg. In einer vollen Phase, mit 4 Euro Netzwerkgebühr statt 40 Cent, sind es eher 25 Prozent.

Zum Vergleich: Dieselbe Kette mit 500 Euro Einsatz kostet in absoluten Zahlen kaum mehr — die beiden festen Posten bleiben gleich. Prozentual sind es dann etwa 2 Prozent.

Was daraus folgt#

Nicht: kauf größer. Wer 20 Euro ausprobieren will, soll das tun — das ist genau der richtige Weg, um zu lernen, wie es funktioniert.

Sondern drei praktische Schlüsse:

Beim Ausprobieren muss das Guthaben nicht sofort auf die eigene Wallet. Die zwei teuersten Posten sind Auszahlung und Netzwerkgebühr. Für einen ersten Test reicht es, den Kauf zu verstehen; die Übertragung kannst du machen, wenn ein Betrag zusammengekommen ist, bei dem sie sich lohnt.

Wer monatlich kleine Beträge kauft, sollte nicht monatlich abheben. Sammeln und seltener übertragen spart die feste Gebühr ein ums andere Mal. Was das über die Zeit ausmacht, siehst du im Sparplan-Rechner — und die Grundsatzfrage steht in Jeden Monat gleich viel oder alles auf einmal.

Den Zeitpunkt der Übertragung kannst du wählen. Die Netzwerkgebühr schwankt stark. Wer nicht in Eile ist, überträgt, wenn es ruhig ist — das ist der einzige der vier Posten, den du direkt beeinflussen kannst.

Und das Unbequeme zum Schluss#

Diese Rechnung steht nirgends, weil sie niemandem nützt, der etwas verkaufen will. Ein Anbieter, der offen sagt, dass von 20 Euro etwa 19 ankommen, verkauft weniger als einer, der „gebührenfrei" auf die Startseite schreibt.

Genau deshalb steht sie hier.

Keine Anlageberatung. Dieser Text erklärt, wie etwas funktioniert — er sagt nicht, was du kaufen sollst. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die bitinformer-Redaktion

Wir erklären Bitcoin für Leute, die gerade erst anfangen — ohne Vorwissen vorauszusetzen und ohne zu sagen, was du kaufen sollst. Die Zahlen auf dieser Seite kommen direkt aus dem Bitcoin-Netz und von CoinGecko; wo eine Quelle schweigt, steht ein Strich statt einer Schätzung.

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