Bitcoin bei Raiffeisen, Erste, Bank Austria oder BAWAG: was die Bank-App wirklich verkauft
Von den großen österreichischen Banken verkauft nur Raiffeisen echte Bitcoin, über Bitpanda in der Mein-ELBA-App — in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Salzburg, Tirol und Vorarlberg, ab 1 Euro, aber in einem geschlossenen System ohne Übertrag auf eine eigene Wallet. Erste Bank, Bank Austria und BAWAG bieten keine Coins, sondern Krypto-ETPs: Schuldverschreibungen, die den Kurs nachbilden. Das ist steuerlich und rechtlich etwas anderes.
„Bitcoin kaufen bei der Raiffeisen" ist eine der häufigsten Suchanfragen zu Bitcoin in Österreich — und die Antwort ist bei jeder Bank eine andere. Eine verkauft Coins, drei verkaufen Wertpapiere, und keine gibt dir Bitcoin in die Hand.
Hier steht, was am 22. Oktober 2026 auf den Seiten der Banken nachzulesen war. Für die deutschen Sparkassen und Volksbanken gibt es einen eigenen Beitrag; die Konstruktion dort ist eine andere.
Die Übersicht: welche Bank was verkauft#
| Bank | Was du bekommst | Kommt es auf eine eigene Wallet? | Kosten laut Bank | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Raiffeisen (Mein ELBA) | echte Kryptowährungen über Bitpanda, ab 1 € | nein — „Ein Übertrag von Assets ist nicht möglich" | Bitpanda-Gebühren, vor dem Kauf angezeigt | 08.2026 |
| Erste Bank und Sparkassen (George) | 164 Krypto-ETPs im Selfinvest-Depot | nein — es sind Wertpapiere | Sparplan 1 € je Ausführung, Einzelorder 3,99 € + 0,19 % | 08.05.2026 |
| Bank Austria | kryptobasierte ETNs anderer Emittenten, online; ein Garant-Zertifikat auf einen Bitcoin-ETF | nein | nicht geprüft | 01.2026 |
| BAWAG / easybank | Krypto-ETPs, „ganz ohne Wallet" | nein | ab 4,95 € Orderspesen | ohne Datum |
| Volksbank, Oberbank, Hypo | keine Angebotsseite gefunden | — | — | nicht geprüft |
Die dritte Spalte ist die wichtige. Bei allen fünf Zeilen lautet die Antwort nein. Warum das mehr ist als eine Formalie, steht in Wenn die Börse nicht auszahlt.
Bitcoin kaufen bei Raiffeisen: Bitpanda in der Mein-ELBA-App#
Das ist das einzige Bankangebot in Österreich mit echten Coins. Du schaltest Bitpanda im Bereich „Entdecken" der Mein-ELBA-App frei, legst dort ein Bitpanda-Konto an und handelst, ohne eine zweite App zu installieren.
Welche Raiffeisen-Landesbank dabei ist, entscheidet, ob du das in deiner App siehst:
| Landesbank | Angebot | Quelle |
|---|---|---|
| Niederösterreich-Wien | ja; Geschäftsbedingungen der RLB für den Bitpanda-Zugang, Version 2.0 vom 03.02.2025 | Raiffeisen-Seite, Stand Juli 2026 |
| Burgenland | ja | Raiffeisen-Seite, Stand Juli 2026 |
| Salzburg | ja | Raiffeisen-Seite, Stand 08.2026 |
| Tirol | ja, seit Mai 2026 | Raiffeisen-Seite, Stand 08.2026; Brutkasten vom 25.06.2026 |
| Vorarlberg | ja; Zugangs-Geschäftsbedingungen der RBGV vom Juli 2026 | Raiffeisen-Seite, Stand Juli 2026 |
| Oberösterreich, Steiermark, Kärnten | keine entsprechende Seite gefunden | nicht geprüft |
Wo du es findest: Jede Landesbank hat unter raiffeisen.at eine eigene Seite „Traden mit Bitpanda" oder „Bitpanda über die Mein ELBA-App". Fehlt sie für deine Region, frag in der Bank — die Liste oben kann morgen länger sein.
Was auf diesen Seiten steht, in vier Punkten:
- Vertragspartner ist Bitpanda, nicht die Bank. Wörtlich: „Raiffeisen ist nicht an der Erbringung von Wertpapier- oder Kryptowert-Dienstleistungen beteiligt." Alle Käufe und Verkäufe laufen „ausschließlich mit Bitpanda".
- Ab 1 Euro, Sparplan ab 10 Euro. Die Gebühren „werden Ihnen vor Abschluss eines Trades angezeigt"; eine Zahl nennt die Bank nicht. Bitpanda nimmt bei Bitcoin 0,99 Prozent je Kauf und Verkauf — was dazukommt, steht in Bitpanda-Gebühren.
- Geschlossenes System. „Ein Übertrag von Assets ist nicht möglich, da wir mit Bitpanda über unsere Mein ELBA-App ein sicheres, geschlossenes System geschaffen haben." Das heißt in beide Richtungen: nichts hinein von einer anderen Börse, nichts hinaus auf eine eigene Wallet. Wer die Coins herausholen will, verkauft.
- Zum Start nur ein Teil der Coins. Für Tirol berichtet Brutkasten von den zehn größten Kryptowährungen zu Beginn, der Rest soll folgen — nicht geprüft.
Damit ist das Raiffeisen-Angebot die dritte Bauart: Verwahrung ohne Auszahlung. Technisch dieselbe wie bei den deutschen Sparkassen, nur mit einem Anbieter dahinter, den du auch ohne Bank nutzen könntest — und dort mit Auszahlung.
Erste Bank und Sparkassen: Krypto-ETPs in George#
George verkauft keine Coins. Was es seit Mai 2026 gibt, ist das Selfinvest-Depot mit neuen Konditionen, und darin laut Pressemitteilung der Erste Group vom 8. Mai 2026 „164 Krypto-ETPs" — neben 26.500 Aktien und 3.000 ETFs.
| Was | Laut Erste Group, 08.05.2026 |
|---|---|
| Sparplan | 1 € Fixpreis je Ausführung, ab 10 € im Monat |
| Einzelorder | 3,99 € plus 0,19 % |
| Depot | gebührenfrei bis 50.000 €, darüber 0,015 % im Monat plus 20 % Umsatzsteuer |
Ein ETP ist ein Wertpapier, das den Bitcoin-Kurs nachbildet. Was das vom Direktkauf trennt, steht in Bitcoin oder ETF?. Kurz: Du hältst eine Schuldverschreibung eines Emittenten, keine Bitcoin, und ob dir das Papier die Coins je ausliefern würde, steht im Prospekt — nicht in George.
Bank Austria: kein Handel, aber ETNs#
Die Bank Austria sagt es selbst, auf ihrer Seite zu Kryptowährungen, Stand Jänner 2026: „In der Bank Austria ist ein Handel mit Kryptowährungen nicht möglich, sondern ausschließlich der eigenständige Online-Kauf und -Verkauf von kryptobasierten ETNs anderer Emittenten." Und: „Die Bank Austria führt auch keine Anlageberatung zu Kryptowährungen durch."
Dazu kam 2026 ein eigenes Produkt: ein Garant-Cap-Zertifikat der UniCredit mit Laufzeit bis 06/2032 auf den iShares Bitcoin Trust ETF, laut Produktblatt mit 100 Prozent Kapitalschutz in US-Dollar zum Laufzeitende und einer Obergrenze von 175 Prozent. Das ist drei Stufen von Bitcoin entfernt — Zertifikat auf einen ETF auf Bitcoin, in Dollar — und ein Fall für den Prospekt, nicht für diesen Text.
BAWAG und easybank: ETPs „ganz ohne Wallet"#
Die easybank, die Direktbank der BAWAG, wirbt genau mit dem, was bei den anderen das Kleingedruckte ist: „Statt Kryptowährungen direkt zu kaufen, easy in Krypto-ETPs über die Börse oder Direkthandel investieren" — „ganz ohne Wallet". Auf der Seite stehen rund 30 ETPs, darunter fünf auf Bitcoin, handelbar ab 4,95 Euro Orderspesen und auch im Sparplan. Ein Datum trägt die Seite nicht.
Für die BAWAG selbst haben wir kein eigenes Krypto-Angebot gefunden.
Was das steuerlich heißt#
Zwei verschiedene Welten, und das ist der Punkt, den die Bank-App nicht erklärt.
Coins über Raiffeisen und Bitpanda: Einkünfte aus Kryptowährungen nach § 27b EStG, 27,5 Prozent auf den Gewinn, keine Haltefrist. Bitpanda als inländischer Dienstleister zieht die Steuer laut eigener Angabe seit 1. Jänner 2024 ab — ob das über die Raiffeisen-Oberfläche genauso läuft, sagt die Raiffeisen-Seite nicht, und wir haben es nicht geprüft. Was der Abzug erledigt und was nicht, steht in Steuereinfache Krypto-Börse in Österreich.
ETPs über George, Bank Austria oder easybank: Wertpapiere, nach verbreiteter Auffassung gewöhnliches Kapitalvermögen. Die Bank zieht die KESt ab wie bei einer Aktie — die easybank nennt das ausdrücklich „steuereinfach".
Dafür gilt die Altvermögensregel für Coins von vor dem 1. März 2021 dort nicht, und der steuerfreie Tausch Krypto gegen Krypto auch nicht. Ob ein bestimmtes Papier anders behandelt wird, hängt am Prospekt — wie du nachsiehst, steht in Krypto-ETP und Steuer; der Text beschreibt die deutsche Lage, die Frage ist dieselbe.
Die eine Frage vor dem Kauf#
Willst du die Bitcoin irgendwann in der eigenen Hand haben?
Wenn ja, ist keine der fünf Zeilen oben der richtige Ort. Dann kaufst du direkt bei einem zugelassenen Anbieter mit Auszahlung — Bitpanda ohne Bank, 21bitcoin oder Coinfinity — und schickst sie auf eine eigene Wallet. Welche Anbieter die FMA zugelassen hat und was in Österreich dabei anders läuft, steht in Bitcoin kaufen in Österreich.
Die Überweisung von deinem Bankkonto dorthin ist eine gewöhnliche SEPA-Überweisung; bei größeren Beträgen zurück aufs Konto kann die Bank nach der Herkunft fragen, das ist Geldwäscherecht und kein Zeichen von Misstrauen gegen dich.
Wenn nein — du willst die Kursbewegung mitnehmen, in der App, die du schon hast, und nie eine Seed Phrase sehen —, dann ist das Bankangebot genau dafür gebaut. Du solltest nur wissen, dass du dann einen Anspruch hältst und keine Bitcoin. Das ist keine Kleinigkeit, aber es ist auch kein Fehler, solange du es weißt.
Stand 22.10.2026. Raiffeisen: Seiten „Traden mit Bitpanda" der Landesbanken Niederösterreich-Wien, Burgenland, Salzburg, Tirol und der Raiffeisenbank Vorderbregenzerwald (Stand Juli beziehungsweise August 2026), Geschäftsbedingungen der RLB NÖ-Wien v2.0 vom 03.02.2025; Tirol-Start laut Brutkasten vom 25.06.2026. Erste Group: Pressemitteilung vom 08.05.2026. Bank Austria: Seite zu Kryptowährungen und Krypto-ETNs, Stand Jänner 2026; Produktblatt zum USD Garant Cap Zertifikat 06/2032. easybank: Seite „Investieren in Krypto", ohne Datum. Alle abgerufen am 22.10.2026. Volksbank, Oberbank, Hypo und der Steuerabzug über die Raiffeisen-Oberfläche nicht geprüft. Keine Anlageberatung.