21bitcoin, Coinfinity oder Bitpanda: drei österreichische Anbieter, drei Bauarten
21bitcoin (Salzburg), Coinfinity (Graz) und Bitpanda (Wien) haben eine MiCAR-Zulassung der FMA und behalten die 27,5 Prozent KESt ein. Der Unterschied ist die Bauart: Bei Coinfinity liegen die Coins von der ersten Sekunde in deiner Wallet, bei 21bitcoin verwahrt BitGo Europe mit Auszahlung auf Wunsch, bei Bitpanda verwahrt Bitpanda. Beim Sparplan nimmt 21bitcoin ab dem achten Tag 0 Prozent, Coinfinity 1,5 Prozent plus Netzgebühr je Ausführung, Bitpanda 0,99 Prozent.
21bitcoin, Coinfinity oder Bitpanda: drei Anbieter mit Sitz in Österreich, alle drei von der FMA zugelassen, alle drei ziehen die Steuer ab. Wer nur danach sortiert, hat keinen Unterschied — und trotzdem sind es drei verschiedene Dinge, die du da kaufst.
Der Unterschied liegt nicht in der Gebührenzeile, sondern in der Bauart: Wer hält die Schlüssel, wer stellt den Kurs, und was passiert bei jeder Sparplan-Ausführung. Stand 23. Oktober 2026, alle Zahlen laut Anbieter.
Die drei auf einen Blick#
| 21bitcoin | Coinfinity | Bitpanda | |
|---|---|---|---|
| Gesellschaft | FIOR Digital GmbH, Salzburg | Coinfinity GmbH, Graz | Bitpanda GmbH, Wien |
| MiCAR-Zulassung der FMA | 27. November 2025 | 19. Dezember 2025 | 9. April 2025 |
| Angebot | nur Bitcoin | nur Bitcoin | mehrere hundert Kryptowährungen, dazu Aktien, ETFs, Edelmetalle |
| Wer die Coins hält | BitGo Europe GmbH (BaFin) für 21bitcoin; Auszahlung jederzeit | du — eine eigene Wallet ist Voraussetzung | Bitpanda; Auszahlung jederzeit |
| Dein Euro liegt | auf einer virtuellen IBAN bei der VR Bank Bayern Mitte | nicht beim Anbieter: du überweist je Kauf, der Erlös geht auf dein Konto | bei Bitpanda |
| KESt-Abzug | ja | ja | ja |
Wo du es findest: Die FMA veröffentlicht jede Zulassung als eigene Meldung; die Bauart steht bei 21bitcoin auf der Seite „Sicherheit", bei Coinfinity in den Geschäftsbedingungen („Die Nutzung unserer Dienstleistungen setzt die Verwendung einer self-hosted Wallet voraus"), bei Bitpanda im Kostendokument und in der Hilfe.
Die Zeile „Wer die Coins hält" ist die wichtigste der Tabelle. Was die drei Bauarten für dich bedeuten, steht in Bitcoin aufbewahren: welche Wallet zu welchem Betrag passt — kurz: Bei Coinfinity bist du vom ersten Tag an selbst verantwortlich, bei den anderen beiden hältst du einen Anspruch gegen eine Firma, bis du auszahlst.
Was der Kauf kostet: Gebühren bei 21bitcoin, Coinfinity und Bitpanda#
| 21bitcoin | Coinfinity | Bitpanda | |
|---|---|---|---|
| Sofortkauf | 1,49 % („Smash Buy"), 1,29 % mit Empfehlungscode | 1,5 % plus Netzgebühr | 0,99 % |
| Sparplan | 0,99 % in den ersten sieben Tagen, danach 0 % | 1,5 % plus Netzgebühr je Ausführung | 0,99 % je Ausführung |
| Verkauf | 1,49 % | 1,5 % | 0,99 % |
| Mindestgebühr | keine | 0,49 € je Vorgang | keine |
| Kleinster Kauf | 10 € | Sparplan ab 21 €; Einzelkauf nicht geprüft | 1 €, Sparplan ab 10 € |
| Orderbuch | Limit-Order 1,49 % | nein | Bitpanda Fusion ab 0,25 % |
| Aufschlag im Kurs | laut Anbieter keiner: „Was angezeigt wird, ist was du zahlst" | laut Anbieter „0 % Spread" | vorhanden, nicht beziffert |
Wo du es findest: 21bitcoin, Seite „Gebühren", zuletzt aktualisiert 30. September 2026. Coinfinity, Kundeninformation „Leistungen und Gebühren", Version 1.3 vom August 2026. Bitpanda, „Kostentransparenz Krypto-Assets", Version 4.0.0 vom 8. Juli 2026.
Die letzte Zeile verdient einen Satz. Alle drei stellen dir einen Kurs, zu dem du kaufst, und der ist nicht der Marktkurs. Zwei sagen, sie schlagen nichts darauf; einer sagt, er schlägt etwas darauf, nennt aber keine Zahl. Prüfen kannst du alle drei gleich: Kauf bis zur Vorschau öffnen, Menge Bitcoin notieren, gegen den Marktkurs rechnen — zum Beispiel die 72.779 € hier auf der Seite. Wie das geht, steht in Bitpanda-Gebühren.
Bitcoin-Sparplan in Österreich: wo ein Prozent nicht ein Prozent ist#
Hier gehen die drei am weitesten auseinander, und zwar nicht nur beim Prozentsatz.
| 100 € monatlich, ein Jahr | 21bitcoin | Coinfinity | Bitpanda |
|---|---|---|---|
| Gebühr des Anbieters | 0,99 € für die erste Ausführung, danach 0 € — zusammen etwa 1 € | 12 × 1,50 € = 18,00 € | 12 × 0,99 € = 11,88 € |
| Netzgebühr | keine beim Kauf; 1.000 Sats je Auszahlung auf die eigene Wallet | bei jeder Ausführung, weil jede Ausführung eine Transaktion auf der Blockchain ist | keine, solange die Coins bei Bitpanda bleiben |
| Rhythmus | stündlich bis monatlich | per Dauerauftrag deiner Bank | täglich bis monatlich |
Bei Coinfinity ist jede Sparplan-Ausführung eine echte Bitcoin-Transaktion — die Coins gehen direkt auf deine Wallet, und dafür zahlst du die Netzgebühr, laut Anbieter den Durchschnitt der letzten 25 Transaktionen ohne Aufschlag. Wie hoch die gerade ist, zeigt der Gebührenrechner; mal sind es 20 Cent, mal 8 Euro. Zwölf Ausführungen im Jahr sind zwölf kleine Beträge auf deiner Wallet, und viele kleine Beträge kosten später mehr beim Ausgeben. 21bitcoin schreibt das auf seiner Wallet-Seite selbst: „Lieber größere Beträge bündeln."
Bei 21bitcoin sind die 0 Prozent eine Bedingung, keine Werbezahl. Die ersten sieben Tage eines Sparplans kosten 0,99 Prozent; bleibt er aktiv, kosten die automatischen Käufe ab dem achten Tag nichts mehr. Wer den Sparplan stoppt und neu anlegt, fängt bei sieben Tagen an. Die Coins liegen danach bei BitGo; auf die eigene Wallet kommen sie für 1.000 Sats je Auszahlung, auf Wunsch automatisch ab einem Schwellenwert.
Bei Bitpanda ist jede Ausführung ein Kauf zu 0,99 Prozent, ohne eigene Sparplan-Zeile im Kostendokument. Dafür passiert auf der Blockchain nichts, bis du auszahlst — dann einmal die Netzgebühr.
Ob ein Sparplan überhaupt dein Weg ist, hat mit dem Anbieter nichts zu tun: Jeden Monat gleich viel — oder alles auf einmal?
Die Steuer: alle drei ziehen ab, aber nicht gleich#
Seit 1. Jänner 2024 müssen inländische Dienstleister die 27,5 Prozent einbehalten (§ 93 Abs. 2 Z 3 EStG). Alle drei tun es laut eigener Angabe — 21bitcoin: „Wir behalten die 27,5 % KESt bei Gewinnen ein und führen sie direkt ans Finanzamt ab." Coinfinity: „Bei Pauschal- und Neubestand wird die KESt von uns einbehalten." Bitpanda: seit genau diesem Tag, mit Verlustausgleich im Konto.
Der Unterschied kommt aus der Bauart. Coinfinity kennt deinen Kaufpreis nicht automatisch, weil die Coins in deiner Wallet liegen und nicht in einem Konto bei Coinfinity. Beim Verkauf fragt die App nach Anschaffungszeitpunkt und -kosten und prüft sie auf Plausibilität. Nennst du nichts, oder passt es nicht, wird pauschal abgezogen: Anschaffungskosten gleich die Hälfte des Erlöses — und das Gesetz sagt dazu, der Abzug bewirkt dann keine Steuerabgeltung. Du erklärst also trotzdem.
Bei 21bitcoin und Bitpanda kennt der Anbieter den Kaufpreis, solange du dort gekauft hast. Zahlst du Coins von außen ein, bist du wieder beim Fall oben. Die vier Fälle, in denen der Abzug bei keinem der drei die Erklärung ersetzt, stehen in Steuereinfache Krypto-Börse in Österreich.
Ein Nebensatz zu 21bitcoin: Der Anbieter verzinst Euro-Guthaben, laut eigener Angabe gewährt von der VR Bank Bayern Mitte. Wie diese Zinsen aus Deutschland in Österreich versteuert werden, haben wir nicht geprüft.
Was Coinfinity anders macht als 21bitcoin und Bitpanda#
Coinfinity ist der einzige der drei, bei dem du ohne eigene Wallet gar nicht kaufen kannst. Die App bringt eine mit: eine self-hosted Wallet mit zwölf Wörtern, die laut Anbieter nur du kontrollierst — „Auch wir nicht." Das ist der Vorteil, und es ist die Pflicht: Wer die zwölf Wörter verliert, hat niemanden, der sie wiederherstellt.
Zwei Dinge, die es nur dort gibt: Betreuter Kauf vor Ort in Graz und bei bitcoin.wien, 3,3 Prozent laut Gebührendokument. Und Zahlung per Überweisung mit fixiertem Kurs — „SmashBuy" nennt Coinfinity das: Der Kurs steht fest, wenn du bestellst, auch wenn deine Bank zwei Tage braucht. Bei SEPA Instant kommen die Coins laut Anbieter binnen 30 Minuten.
Was es nicht mehr gibt: den Bitcoinbon aus der Trafik. Die Seite dazu sagt am 23. Oktober 2026 nur noch „Der Bitcoinbon wurde eingestellt."
Welche Frage du dir stellst#
Kein Sieger, aber drei Fragen, und jede hat eine andere Antwort:
„Ich will nur Bitcoin, und ich will die Schlüssel von Anfang an." Das ist Coinfinity, mit Netzgebühr bei jedem Kauf und ohne Rettungsring.
„Ich will einen günstigen Sparplan und später entscheiden, wo die Coins liegen." Das ist 21bitcoin: 0 Prozent ab dem achten Tag, Verwahrung bei BitGo, Auszahlung für 1.000 Sats.
„Ich will Bitcoin neben anderen Coins, Aktien und ETFs in einer App." Das ist Bitpanda — mit 0,99 Prozent, einem Aufschlag im Kurs, den du selbst misst, und der bekannten Frage, ob Trade Republic nicht billiger wäre. Wer den Preis einer Börse mit Orderbuch dagegenhalten will: Bitpanda oder Bitvavo.
Wer die Zulassung nachschlagen will, bevor er Geld überweist: Die FMA-Meldungen sind oben verlinkt. Wie der Kauf in Österreich abläuft und was danach steuerlich noch zu tun ist, steht in Bitcoin kaufen in Österreich.
Stand 23.10.2026. 21bitcoin: Seiten „Gebühren" (zuletzt aktualisiert 30.09.2026), „Bitcoin Sparplan", „Bitcoin Wallet", „Bitcoin Steuern", „Sicherheit"; Coinfinity: Kundeninformation „Leistungen und Gebühren" Version 1.3 (August 2026), Seiten „Bitcoin handeln", „Bitcoin Sparplan", „Coinfinity Wallet", Hilfe-Artikel „Grundlegende Informationen zur Kapitalertragsteuer", Blog vom 21.12.2025 zur MiCAR-Zulassung, bitcoinbon.at; Bitpanda: Kostendokument 4.0.0 vom 08.07.2026 und Hilfe (aus Bitpanda-Gebühren). Zulassungen laut FMA. Alle abgerufen am 23.10.2026. Coinfinity-Mindestbetrag für Einzelkäufe und Versteuerung der 21bitcoin-Zinsen nicht geprüft. Keine Anlageberatung, keine Steuerberatung.