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Trade Republic Krypto-Wallet: Bitcoin auf eigene Wallet

, 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Seit dem 14. November 2025 kannst du bei Trade Republic rund 50 Kryptowährungen an externe Wallets senden und von dort empfangen, laut Anbieter ohne eigene Transaktionsgebühr. Das „Crypto Wallet" ist trotzdem keine Wallet in deiner Hand: Die Schlüssel liegen beim Verwahrer BitGo. Wer die Bitcoin selbst halten will, sendet sie an eine eigene Adresse — erst einen Testbetrag, dann den Rest. Steuerlich ist das kein Verkauf.

Lange war Trade Republic für Bitcoin eine Einbahnstraße: kaufen, halten, verkaufen — aber nie hinaus. Das hat sich am 14. November 2025 geändert. Seitdem gibt es in der App das „Crypto Wallet", und mit ihm den Knopf, auf den viele gewartet haben: Senden.

Der Name führt trotzdem in die Irre. Das Crypto Wallet ist ein Konto bei einer Bank, keine Wallet, deren Schlüssel du hältst. Was das bedeutet und wie du die Bitcoin tatsächlich zu dir holst, steht hier.

Was Trade Republic seit November 2025 anbietet#

Laut der Pressemitteilung von Trade Republic vom 14. November 2025 können Kundinnen und Kunden mit dem neuen Crypto Wallet „rund 50 verschiedene Cryptos an externe Wallets senden und von diesen empfangen". Dazu kamen Staking für einige Coins und das Bezahlen mit Krypto über die Karte.

FunktionLaut AnbieterQuelle, Stand
Senden an externe Walletsja, rund 50 CoinsPressemitteilung, 14.11.2025
Empfangen von externen WalletsjaPressemitteilung, 14.11.2025
Eigene TransaktionsgebührkeineProduktseite Crypto, de-at, abgerufen 04.10.2026
Verfügbar in Österreichja, dieselbe Aussage auf der österreichischen SeiteProduktseite Crypto, de-at, abgerufen 04.10.2026
VerwahrungCold Wallets der BitGo Europe GmbHPressemitteilung, 14.11.2025

Wo du es findest: Die Pressemitteilung steht im Pressebereich von Trade Republic, die Produktseite unter „Crypto" auf der Website. Die Aussage zu den Gebühren lautet dort wörtlich: „Überweise deine Cryptos von und zu externen Wallets ohne Transaktionsgebühren von Trade Republic."

Ein Hinweis, der Verwirrung erspart: Einzelne Länderseiten im Hilfecenter von Trade Republic sagen am 04.10.2026 noch, Senden und Empfangen sei „nicht möglich". Das ist der Stand vor November 2025. Maßgeblich ist, was die App dir anzeigt.

Warum das Crypto Wallet keine eigene Wallet ist#

Eine Wallet im eigentlichen Sinn ist der Ort, an dem dein privater Schlüssel liegt. Wer den Schlüssel hat, verfügt über die Bitcoin. Bei Trade Republic liegt er nicht bei dir, sondern laut Anbieter beim Verwahrer BitGo Europe in Cold Wallets.

Für dich heißt das: Du hältst eine Forderung gegen ein reguliertes Unternehmen, keine Bitcoin. Solange alles läuft, merkst du davon nichts. In welchen drei Fällen du es merkst, steht in Wenn die Börse nicht auszahlt.

Das Neue ist nicht, dass deine Bitcoin jetzt dir gehören — sondern dass du sie dir holen kannst. Genau das ist der Punkt, den die Senden-Funktion möglich macht.

Bitcoin aus Trade Republic senden, Schritt für Schritt#

Der Ablauf entspricht jedem anderen Übertrag von einer Plattform auf die eigene Wallet. Die ausführliche Fassung steht in Bitcoin von der Börse auf die eigene Wallet übertragen. Hier die Punkte, die bei Trade Republic dazukommen.

1. Eigene Wallet einrichten. Ohne Ziel kein Übertrag. Welche Art zu welchem Betrag passt, steht in Bitcoin sicher aufbewahren. Die Seed Phrase gehört aufgeschrieben, bevor auch nur ein Cent ankommt.

2. Empfangsadresse erzeugen und kopieren. In deiner Wallet unter „Empfangen". Eine Bitcoin-Adresse beginnt heute meist mit bc1. Kopieren, nicht abtippen.

3. In der App den Bitcoin-Bestand öffnen und „Senden" wählen. Dort die Adresse einfügen. Danach die ersten und die letzten vier Zeichen mit der Wallet vergleichen.

4. Netzwerk prüfen. Steht eine Auswahl da, muss es das Bitcoin-Netzwerk sein. Ob Trade Republic für Bitcoin mehrere Netzwerke anbietet, haben wir nicht geprüft — falls ja, ist das die Stelle, an der ein Fehler am teuersten wird.

5. Erst ein Testbetrag. Ein paar Euro schicken, in der eigenen Wallet nachsehen, ob sie angekommen sind. Erst dann der Rest. Wie lange das dauert, steht in Wie viele Bestätigungen eine Überweisung braucht.

Ob die Adresse überhaupt gültig ist und zu welchem Format sie gehört, sagt dir die Adressprüfung, bevor du etwas sendest.

Warum Trade Republic nach deiner Wallet fragt#

Kann sein, dass die App vor dem Senden wissen will, wem die Zieladresse gehört. Das ist keine Schikane des Anbieters, sondern EU-Recht.

Die Verordnung (EU) 2023/1113, oft „Travel Rule" genannt, verpflichtet Krypto-Dienstleister, bei jedem Transfer Angaben zum Absender und Empfänger zu erfassen. Für Transfers an eine selbst gehostete Adresse — also deine eigene Wallet — steht in Artikel 14 Absatz 5: Übersteigt der Betrag 1.000 Euro, muss der Anbieter „geeignete Maßnahmen" ergreifen, „um festzustellen, ob diese Adresse im Eigentum oder unter der Kontrolle des Originators steht".

Wie Trade Republic das konkret umsetzt, haben wir nicht geprüft. Üblich sind eine Erklärung, dass die Wallet dir gehört, oder ein Nachweis durch Signatur. Wichtig ist nur: Wer nach der Adresse fragt, fragt nie nach der Seed Phrase. Wer das tut, ist ein Betrüger — egal, wie echt die Nachricht aussieht.

Was es kostet#

PostenHöheHerkunft
Eigene Gebühr von Trade Republic fürs SendenkeineProduktseite Crypto, abgerufen 04.10.2026
Netzgebühr der Blockchainim Senden-Dialognicht geprüft
Kauf vorherOrdergebühr und Spread laut Preis- und Leistungsverzeichnisnicht geprüft

Die Netzgebühr zahlt jemand immer — sie geht an das Bitcoin-Netz, nicht an den Anbieter. Ob Trade Republic sie vom gesendeten Betrag abzieht oder selbst trägt, zeigt der Dialog vor dem Bestätigen. Wie hoch sie gerade ist, rechnet der Gebührenrechner aus.

Steuerlich: Senden ist kein Verkauf#

Ein Übertrag auf die eigene Wallet wechselt den Aufbewahrungsort, nicht den Eigentümer. Weder in Deutschland noch in Österreich ist das eine Veräußerung.

In Deutschland läuft die einjährige Haltefrist nach § 23 EStG einfach weiter. Was danach gilt, steht in Bitcoin und Steuern in Deutschland.

In Österreich werden Kryptowährungen nach § 27b EStG besteuert, und auch dort löst erst der Tausch in Euro oder in Waren eine Steuer aus, nicht das Verschieben. Die Einzelheiten stehen in Bitcoin und Steuern in Österreich.

Eine Falle steht in der Pressemitteilung selbst: Bezahlen mit Krypto über die Trade-Republic-Karte gilt als Verkauf und kann steuerliche Folgen haben. Das ist etwas anderes als Senden. Was in deinem Fall gilt, sagt dir eine Steuerberaterin, nicht diese Seite.

Ein praktischer Rat dazu: Lade die Kaufbelege herunter, bevor du sendest. Trade Republic kennt das Kaufdatum, deine eigene Wallet nicht.

Was nicht hilft#

Alles in einem Zug beim ersten Mal. Der Testbetrag kostet eine Netzgebühr zusätzlich. Das ist der billigste Schutz gegen die falsche Adresse.

Die Adresse aus einem Chat oder einer Mail. Nimm sie immer direkt aus deiner Wallet. Was passiert, wenn es doch schiefgeht, steht in Bitcoin an die falsche Adresse geschickt.

„Support", der beim Senden helfen will. Trade Republic schreibt dich nicht an, um eine Auszahlung freizuschalten. Wie solche Maschen aussehen, steht in Die häufigsten Betrugsmaschen, und was nach einem Schaden noch geht, in Krypto-Betrug: Geld zurück?.

Ob andere Anbieter das ähnlich lösen, zeigt der Vergleich mit Revolut. Die Frage dahinter ist bei allen dieselbe: Liegen die Schlüssel bei dir oder beim Anbieter?

Stand 04.10.2026. Angaben von Trade Republic aus der Pressemitteilung vom 14.11.2025 und der Produktseite „Crypto" (de-de und de-at), abgerufen am 04.10.2026; Verordnung (EU) 2023/1113 im Amtsblatt nachgeschlagen. Netzwerke, Mindestbeträge und Limits im Senden-Dialog nicht geprüft.

Keine Anlageberatung. Dieser Text erklärt, wie etwas funktioniert — er sagt nicht, was du kaufen sollst. Alle Angaben ohne Gewähr.

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