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16.09.2026 · 04:40 UTC
Wissen

Krypto-Mining: was nach dem Ethereum-Wechsel übrig ist

· 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die Frage nach der lohnenden Münze hat sich 2022 verschoben: Mit dem Wechsel von Ethereum auf Proof of Stake fiel der Grund weg, aus dem die meisten überhaupt Grafikkarten zum Minen benutzt haben. Übrig sind ASIC-Münzen, bei denen Privatleute gegen industrielle Anlagen antreten, und kleine Münzen, deren Rentabilitätsrechner mit dem Preis und der Schwierigkeit von heute rechnen — beides ändert sich, und zwar gegen dich.

Diese Frage wird meist als Auswahlfrage gestellt: welche Münze lohnt sich. Ob sich Mining zu Hause überhaupt rechnet, ist eine andere und hat einen eigenen Beitrag — Lohnt sich Bitcoin-Mining zu Hause? rechnet das mit Netzzahlen durch.

Hier geht es um die Auswahl. Und die ist seit einigen Jahren deutlich schmaler, als die Ratgeber im Netz vermuten lassen.

Was sich 2022 geändert hat#

Bis September 2022 lief Ethereum nach Proof of Work und war der Grund, warum Privatleute Grafikkarten zum Minen benutzt haben. Mit der Umstellung auf Proof of Stake ist dieser Anwendungsfall an einem Tag verschwunden.

Was danach kam, war eine Verschiebung derselben Rechenleistung auf deutlich kleinere Münzen — mit der absehbaren Folge, dass deren Schwierigkeit stieg und der Ertrag je Karte fiel. Viele Anleitungen im Netz stammen aus der Zeit davor und rechnen mit einer Welt, die es nicht mehr gibt.

Die drei Klassen, die übrig sind#

ASIC-Münzen. Bitcoin und alles, wofür es Spezialhardware gibt. Hier konkurrierst du nicht mit anderen Privatleuten, sondern mit Anlagen, die dort stehen, wo Strom ein Bruchteil dessen kostet, was ein deutscher Haushalt zahlt. Der Unterschied ist nicht Effizienz, sondern Einkaufspreis — und den holt keine Optimierung zu Hause auf.

GPU-Münzen. Was nach Ethereum übrig blieb. Kleinere Netze, kleinere Belohnungen, und der Ertrag hängt an einem Kurs, der bei kleinen Münzen selbst stark schwankt.

CPU-Münzen. Wenige, bewusst so gebaut, dass Spezialhardware wenig bringt. Die Erträge sind entsprechend klein.

Warum Rentabilitätsrechner in die Irre führen#

Jeder dieser Rechner nimmt zwei Werte von heute und rechnet sie in die Zukunft fort:

  • Den Kurs. Was die Münze heute wert ist.
  • Die Schwierigkeit. Wie viel Rechenleistung gerade im Netz steht.

Beide sind nicht stabil, und sie hängen zusammen — allerdings mit Verzögerung. Steigt der Kurs, wird Mining attraktiver, mehr Leistung kommt ins Netz, die Schwierigkeit steigt, und der Ertrag je Gerät fällt wieder. Ein Rechner, der eine Amortisation über zwölf Monate ausweist, unterstellt zwölf Monate ohne diese Rückkopplung.

Dazu kommt bei Bitcoin das Halving: Die Blockbelohnung halbiert sich in festen Abständen. Das ist der einzige Teil der Rechnung, der im Voraus bekannt ist — und der einzige, den Rechner regelmäßig ignorieren, weil er außerhalb ihres Zeitfensters liegt.

Die eine Zahl, die du selbst rechnen kannst#

Statt zu fragen, ob es sich lohnt, lässt sich fragen: Bei welchem Strompreis ginge es gerade auf?

Ertrag je Tag (in Euro) ÷ Verbrauch je Tag (in kWh) = Strompreis, bei dem es null ergibt

Das Ergebnis ist ein Preis in Euro je Kilowattstunde. Liegt er über dem, was du zahlst, bleibt etwas übrig; liegt er darunter, zahlst du drauf.

Diese Zahl ist ehrlicher als jede Amortisationsangabe, weil sie nur zwei Größen braucht, die du kennst — und weil sie sofort zeigt, wie weit du vom Break-even entfernt bist. Sie sagt allerdings nichts über morgen: Sinkt der Kurs oder steigt die Schwierigkeit, sinkt sie mit.

Was in keiner dieser Rechnungen steht#

  • Die Hardware selbst. Sie verliert an Wert, und zwar am schnellsten dann, wenn Mining unattraktiv wird und viele gleichzeitig verkaufen.
  • Abwärme und Lautstärke. Ein ASIC ist kein Gerät für einen Wohnraum.
  • Die Steuer. Mining-Erträge sind kein steuerfreier Kursgewinn. Sie sind im Zuflusszeitpunkt zu erfassen, und bei entsprechendem Umfang stellt sich die Frage nach Gewerblichkeit. Die Grundlagen stehen in Bitcoin und Steuern in Deutschland; der Beitrag sagt ausdrücklich, dass Mining zu den Fällen gehört, die zu jemandem mit Zulassung gehören.

Die ehrliche Antwort#

Für den privaten Aufbau in Deutschland lohnt sich Mining in aller Regel nicht — und der Grund ist nicht die Hardware, sondern der Strompreis. Das gilt unabhängig davon, welche Münze du wählst, denn die Auswahl ändert den Ertrag, nicht die Kostenseite.

Es gibt zwei Ausnahmen, und beide sind ehrlich benannt Ausnahmen: eigener Strom, der sonst ungenutzt bliebe, und Abwärme, die tatsächlich gebraucht wird. In beiden Fällen rechnet man nicht mehr gegen den Strompreis, sondern gegen null oder gegen die Heizkosten — und dann sieht die Rechnung völlig anders aus.

Wer Anteil an einer Münze will und nicht an ihrer Herstellung, kommt über den Kauf günstiger dorthin. Der Vergleich der Wege steht in Sparplan oder Einmalkauf.

Keine Anlageberatung. Dieser Text erklärt, wie etwas funktioniert — er sagt nicht, was du kaufen sollst. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die bitinformer-Redaktion

Wir erklären Bitcoin für Leute, die gerade erst anfangen — ohne Vorwissen vorauszusetzen und ohne zu sagen, was du kaufen sollst. Die Zahlen auf dieser Seite kommen direkt aus dem Bitcoin-Netz und von CoinGecko; wo eine Quelle schweigt, steht ein Strich statt einer Schätzung.

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