Lohnt sich Bitcoin-Mining zu Hause?
Nein — und zwar nicht knapp. Ein aktuelles Gerät mit 200 TH/s erwirtschaftet beim heutigen Netzstand rund 6,80 € am Tag und verbraucht dabei 84 Kilowattstunden. In Deutschland kostet dieser Strom etwa 36,80 €, in Österreich rund 24,40 €. Damit es aufginge, dürfte die Kilowattstunde höchstens acht Cent kosten. Diesen Preis hat kein Haushalt in DE oder AT, und das Gerät ist dabei noch nicht bezahlt.
Die Frage kommt fast immer, wenn jemand verstanden hat, wie neue Bitcoin entstehen: Kann ich das nicht selbst machen?
Man kann. Die Frage ist nur, was dabei herauskommt — und das lässt sich ausrechnen, statt darüber zu streiten.
Wofür Miner eigentlich bezahlt werden#
Miner bauen Blöcke. Wer einen findet, hängt ihn an die Kette und bekommt dafür zwei Dinge: neu geschaffene Bitcoin und die Gebühren aller Überweisungen in seinem Block. Wie das im Ablauf aussieht, steht in Was passiert, wenn du Bitcoin überweist.
Zurzeit gibt es 3,125 Bitcoin je Block. Bei rund 144 Blöcken am Tag sind das etwa 450 Bitcoin täglich, die unter allen Minern der Welt aufgeteilt werden.
Aufgeteilt wird nach Rechenleistung. Wer ein Millionstel der weltweiten Leistung stellt, bekommt auf Dauer ein Millionstel der Ausschüttung. Es ist eine Lotterie, aber eine mit sehr berechenbarem Erwartungswert.
Die Rechnung, Stand 29. August 2026#
Alle Zahlen aus derselben Quelle, aus der auch die Netz-Übersicht dieser Seite kommt.
| Größe | Wert |
|---|---|
| Rechenleistung im Netz | rund 885 Trillionen Hashes je Sekunde |
| Belohnung je Block | 3,125 BTC |
| Neue Bitcoin am Tag | rund 450 |
| Kurs beim Erstellen | 65.725 € |
Und dagegen ein aktuelles Gerät, wie man es kaufen kann: 200 Terahash je Sekunde bei 3.500 Watt.
Dein Anteil am Netz beträgt damit etwa 0,000023 Prozent. Auf 450 Bitcoin am Tag gerechnet sind das rund 0,000102 BTC — beim heutigen Kurs etwa 6,80 €.
Dem stehen gegenüber: 3.500 Watt rund um die Uhr, also 84 Kilowattstunden am Tag.
| Preis je kWh | Stromkosten am Tag | Ergebnis am Tag | |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 43,8 Cent | 36,80 € | −30,00 € |
| Österreich | 29,0 Cent | 24,40 € | −17,60 € |
Auf ein Jahr gerechnet sind das in Deutschland rund 11.000 € Verlust, in Österreich etwa 6.400 €. Das Gerät selbst — je nach Modell einige tausend Euro — ist darin noch nicht enthalten.
Die eine Zahl, auf die es ankommt#
6,80 € Ertrag geteilt durch 84 Kilowattstunden ergibt rund acht Cent je Kilowattstunde. Das ist der Preis, bei dem sich die Sache gerade eben trägt — ohne Gerät, ohne Reparatur, ohne die eigene Zeit.
Damit ist die Frage entschieden, und sie ist es unabhängig vom Bitcoin-Kurs. Verdoppelt sich der Kurs, verdoppelt sich auch die Grenze auf sechzehn Cent — immer noch weniger als die Hälfte dessen, was ein deutscher Haushalt zahlt. Und historisch zieht ein steigender Kurs zusätzliche Rechenleistung ins Netz nach, was den Anteil des Einzelnen wieder verkleinert.
Deshalb wird industriell dort gemint, wo Strom fast nichts kostet: an abgeregelten Windparks, an Wasserkraftwerken, an Gasquellen, die sonst abgefackelt würden. Ein Wohnzimmer in Mitteleuropa ist das Gegenteil davon.
Drei Dinge, die in keiner Rechnung stehen#
Lautstärke. Diese Geräte sind auf Kühlung ausgelegt, nicht auf Ruhe. Rund 75 Dezibel entsprechen einem Staubsauger, der nie ausgeht. In eine Wohnung gehört das nicht.
Abwärme. 3.500 Watt Rechenleistung sind 3.500 Watt Heizleistung. Im Winter kann man das nutzen — dann rechnet man den Strom gegen die Heizkosten, und die Rechnung sieht anders aus. Im Sommer ist es ein Problem.
Steuern. Mining ist in Deutschland und Österreich in aller Regel keine private Vermögensverwaltung, sondern gewerbliche Tätigkeit. Damit fallen Gewerbeanmeldung, laufende Erklärungen und die Frage der Abschreibung an. Die einjährige Haltefrist aus Bitcoin und Steuern in Deutschland gilt für gemintete Coins nicht so wie für gekaufte.
Was stattdessen infrage kommt#
Einen eigenen Knoten betreiben. Das ist etwas anderes als Mining: Ein Knoten prüft alle Regeln selbst, statt jemandem zu glauben. Er bringt kein Geld, aber er kostet auch fast keines — ein Kleinstrechner mit ein paar Watt genügt. Wer aus Überzeugung mitmachen will, macht das hier.
Rechnen lassen und Anteile kaufen. Cloud-Mining klingt nach der Lösung des Problems und ist überwiegend das Gegenteil: Der Anbieter hat dieselben Stromkosten wie alle anderen, verlangt aber zusätzlich eine Marge. Wo etwas anderes versprochen wird, lohnt ein Blick in Die häufigsten Betrugsmaschen.
Einfach kaufen. Für die 11.000 €, die ein Jahr Heimmining in Deutschland kostet, bekommt man erheblich mehr Bitcoin als die 0,037, die dabei herauskämen.