Wallet wiederherstellen: der Weg für jede Ausgangslage, Schritt für Schritt
Deine Bitcoin liegen in der Blockchain, nicht im Gerät. Welcher Weg zurückführt, hängt davon ab, was du noch hast: 12 oder 24 Wörter passen in fast jede Wallet, 20 Wörter von Trezor nur in Wallets, die SLIP39 können, Electrum-Wörter am sichersten wieder in Electrum. Zeigt die neue Wallet null, stimmt fast immer der Adresstyp nicht. Und wer dir anbietet, verlorene Coins zurückzuholen, will meistens selbst an sie heran.
Das Handy liegt im Wasser, die Hardware-Wallet bleibt dunkel, der Laptop ist gestohlen. Oder du hast einen Zettel mit Wörtern gefunden und weißt nicht mehr, wozu er gehört.
Die Coins sind davon nicht betroffen. Sie lagen nie im Gerät. Ob du wieder an sie herankommst, entscheidet nur eine Frage: Was hast du noch?
Dieser Guide geht jede Ausgangslage einzeln durch — Wörter, Passphrase, Datei, Karte, gar nichts. Alle Herstellerangaben sind in den Hilfeseiten nachgeschlagen am 17.09.2026.
Was du jetzt nicht tust#
Drei Dinge machen aus einer lösbaren Lage eine verlorene. Sie kommen vor allem anderen.
Nichts zurücksetzen, nichts löschen, solange du nicht weißt, was du hast. Ein altes Handy, eine Wallet-Datei, ein zweites Gerät können die einzige Spur sein. Erst sichern, dann ausprobieren.
Die Wörter nirgends eintippen außer in die Wallet, die du wiederherstellst. Keine Website, kein Formular, kein Chat, kein Foto. Ledger schreibt dazu in seiner Academy: „Never enter your recovery phrase on any computer or smartphone". Bei einer Hardware-Wallet gehören die Wörter ins Gerät.
Niemandem antworten, der Hilfe anbietet. Wer von deinem Verlust weiß und sich meldet, hat es auf den Rest abgesehen. Dazu unten ein eigener Abschnitt.
Wo deine Bitcoin wirklich liegen#
In der Blockchain steht ein Eintrag: dieser Betrag gehört zu dieser Adresse. Weltweit auf tausenden Rechnern, egal, ob dein Gerät noch existiert.
Das Gerät hält nur den privaten Schlüssel, der beweist, dass du über die Adresse verfügen darfst. Und dieser Schlüssel wird aus deiner Sicherung berechnet — bei den meisten Wallets aus zwölf oder vierundzwanzig Wörtern, jedes Mal gleich, auf jedem Gerät, das demselben Standard folgt.
Deshalb ist „Die Wörter sind die Wallet" keine Metapher. Wer sie hat, hat die Coins. Was sie genau sind, steht in Die Seed Phrase.
Was hast du noch? Die Weiche#
Such dir die Zeile, die auf dich passt. Der Abschnitt rechts führt weiter.
| Was du noch hast | Was das bedeutet | Weiter bei |
|---|---|---|
| 12 oder 24 Wörter | Standardfall, passt in fast jede Wallet | Schritt für Schritt mit 12 oder 24 Wörtern |
| 20 Wörter, von Trezor | Anderer Standard (SLIP39), passt nicht überall | Trezor mit 20 Wörtern |
| Wörter, die Electrum erzeugt hat | Eigenes Format, trotz gleicher Wortliste | Wörter aus Electrum |
| Wörter und eine Passphrase | Ohne Passphrase öffnet sich eine andere Wallet | Mit Passphrase |
| Gerät gesperrt, PIN vergessen, Wörter da | Gerät zurücksetzen ist kein Verlust | PIN vergessen |
| Gerät funktioniert, Wörter weg | Coins erreichbar — aber nur, solange das Gerät lebt | Die Wörter sind weg, das Gerät geht noch |
| Karte oder Ring von Tangem, keine Wörter | Sicherung steckt in den anderen Karten | Wallets ohne Wörter |
| Emergency Kit von Muun | PDF plus Recovery Code statt Wörtern | Wallets ohne Wörter |
| Eine Datei wallet.dat | Bitcoin Core kennt keine Wörter | Bitcoin Core und wallet.dat |
| Ein Lightning-Knoten mit LND | Wörter holen nur einen Teil zurück | Lightning-Knoten |
| Coins lagen bei einer Börse | Kein Wallet-Fall: Zugang läuft über das Konto | Wenn die Börse nicht auszahlt |
| Ein Wort fehlt oder ist unleserlich | Oft lösbar, die Liste ist endlich | Ein Wort fehlt |
| Nichts davon | Es gibt keine Stelle, die hilft | Wenn nichts mehr da ist |
Welche Wörter du hast: vier Formate, die gleich aussehen#

Zwölf englische Wörter sind nicht automatisch dasselbe Format. Drei der vier folgenden Standards benutzen sogar dieselbe Liste mit 2.048 Wörtern. Trotzdem rechnen sie verschieden, und eine Wallet, die das falsche Format annimmt, findet eine leere Wallet statt deiner.
| Format | Wörter | Liste | Wer es erzeugt | Wiederherstellen in |
|---|---|---|---|---|
| BIP39 | 12, 15, 18, 21 oder 24 | 2.048 Wörter | Ledger, BitBox, Jade, Trezor Model One und Model T, die meisten Apps | fast jeder Wallet |
| SLIP39 | 20 (oder 33), bei Multi-share je Anteil 20 | eigene Liste mit 1.024 Wörtern | Trezor Safe 3 (ab Juni 2024), Safe 5 und Safe 7 ab Werk | Trezor; laut Trezor auch Electrum, Sparrow, BlueWallet |
| Electrum | ohne feste Angabe in der Doku | dieselben 2.048 Wörter wie BIP39 | Electrum | Electrum, Sparrow (Electrum-Import) |
| aezeed (LND) | 24 | dieselbe englische Liste | Lightning-Knoten mit LND | LND |
Die Zahlen stammen aus der Spezifikation BIP 39, der SLIP39-Spezifikation von SatoshiLabs, den Trezor-Hilfeseiten, der Electrum-Doku und der LND-Doku zur Wiederherstellung.
Die Wortzahl ist der schnellste Hinweis. Zwanzig Wörter sind nie BIP39. Bei zwölf oder vierundzwanzig entscheidet, welches Programm sie erzeugt hat — steht das nirgends, versuch zuerst eine BIP39-Wallet.
Schritt für Schritt mit 12 oder 24 Wörtern#
Der Standardfall. Der Ablauf ist bei jeder Wallet gleich, nur die Menüpunkte heißen anders.
- Wallet wählen. Nicht zwingend dieselbe wie vorher, der Standard ist herstellerübergreifend. Liegt viel Geld darauf, nimm eine Hardware-Wallet: Dort tippst du die Wörter am Gerät ein, nicht am Rechner.
- Statt „Neue Wallet" den Punkt zum Wiederherstellen wählen. Er heißt Restore, Recover, Import oder I already have a seed.
- Die Wortzahl angeben. Zwölf oder vierundzwanzig — steht sie nicht auf dem Zettel, zähl nach.
- Die Wörter in der richtigen Reihenfolge eingeben. Laut BIP39 reichen die ersten vier Buchstaben, um ein Wort eindeutig zu bestimmen. Die Wallet schlägt es dann vor.
- Auf die Prüfung achten. Das letzte Wort enthält eine Prüfsumme; BIP39 verlangt, dass die Software bei einer ungültigen warnt. Kommt die Warnung, stimmt ein Wort oder die Reihenfolge nicht.
- Adresstyp prüfen und warten. Die Wallet durchsucht die Blockchain nach deinen Adressen. Zeigt sie danach null, lies den übernächsten Abschnitt, bevor du irgendetwas anderes tust.
Die Prüfsumme fängt nicht jeden Fehler. Sie ist nach der Tabelle in BIP39 nur 4 Bit lang bei zwölf Wörtern und 8 Bit bei vierundzwanzig, und der Standard sagt selbst, dass sie beim Korrigieren nicht hilft. Zwei vertauschte Wörter können eine gültige, aber fremde Wallet ergeben.
So heißt der Weg bei Ledger, Trezor, BitBox und Jade#
Nachgeschlagen am 17.09.2026 in den Hilfeseiten der Hersteller und, bei Ledger, in den Texten der Ledger-App. Keine Bewertung, keine Rangfolge.
| Ledger | Trezor | BitBox02 | Blockstream Jade | |
|---|---|---|---|---|
| Menüpunkt | in der Ledger-App: Restore recovery phrase on a new device | in Trezor Suite: Recover Wallet, dann Start Recovery | in der BitBoxApp: Restore from recovery words oder Restore from microSD card | am Gerät: Restore Wallet, dann 12 oder 24 Wörter oder QR-Scan |
| Wo du die Wörter eingibst | am Gerät | Safe 3, Safe 5, Safe 7, Model T: am Gerät. Model One: am Rechner, in der Reihenfolge, die das Gerät vorgibt, oder als Advanced Recovery über eine wechselnde Buchstabenmatrix | am Gerät, Buchstabe für Buchstabe | am Gerät |
| Nimmt Wörter anderer Hersteller | nicht nachgeschlagen | Safe 3: auch das 24-Wort-Backup eines Model One | 12 oder 24 Wörter | laut Blockstream von Ledger, Trezor oder Coldcard |
| Besonderheit | Ledger fragt laut eigenem Text nie nach der Phrase | Safe-Modelle erwarten ab Werk 20 Wörter (SLIP39) | Die microSD-Sicherung enthält keine Passphrase | Nach drei falschen PINs löschen Gerät und PIN-Server („oracle") das Geheimnis |
Wo du es findest: Bei Trezor steht die Anleitung je Modell im Bereich Guides → Backups & recovery, bei BitBox im Support Hub unter Recovery words, bei Jade im Blockstream-Hilfecenter unter Set up, transact & recover. Die Seiten von Ledger Support laden nur mit JavaScript; die Namen oben stammen aus der Ledger-App selbst.
Die Wallet zeigt null: erst den Adresstyp prüfen#
Das ist der häufigste Schreckmoment nach einer Wiederherstellung, und fast immer ist nichts verloren. Die Wallet sucht an der falschen Stelle.
Die Wörter speichern nicht, welchen Adresstyp du benutzt hast. BIP39 schreibt es selbst: Es gebe keinen Weg, das Adressformat eines BIP39-Schlüssels zu erkennen. Aus denselben Wörtern entstehen deshalb vier verschiedene Adressreihen, je nach Ableitungspfad.
| Pfad | Adresse beginnt mit | Name in Wallets | Standard |
|---|---|---|---|
| m/44'/0'/0' | 1 | Legacy, P2PKH | BIP 44 |
| m/49'/0'/0' | 3 | Nested SegWit, P2SH-P2WPKH | BIP 49 |
| m/84'/0'/0' | bc1q | Native SegWit, P2WPKH | BIP 84 |
| m/86'/0'/0' | bc1p | Taproot, P2TR | BIP 86 |
Weißt du noch, womit deine alten Adressen begannen, weißt du den Pfad. Steht eine alte Empfangsadresse in einer Mail, einem Kontoauszug der Börse oder einer Notiz, reicht ihr erstes Zeichen. Was die Präfixe bedeuten, steht in bc1, 3 oder 1.
Drei Stellen aus den Hilfeseiten, die genau hier greifen:
- Sparrow fragt beim Anlegen nach dem Skripttyp, Voreinstellung ist Native SegWit. Für alte Wallets aus der Trezor-Weboberfläche nennt die Sparrow-FAQ Nested Segwit.
- BitBox schreibt, sehr alte Wallets hätten Legacy-Adressen mit 1 benutzt; eine korrekt wiederhergestellte Wallet könne deshalb leer aussehen, obwohl die Coins auf einer älteren Adresse liegen.
- Das Suchfenster ist begrenzt. BIP44 setzt das Gap-Limit auf 20: Nach zwanzig unbenutzten Adressen in Folge hört die Suche auf. Electrum nutzt denselben Wert. Wer früher viele Adressen erzeugt und nicht benutzt hat, erhöht es — bei Sparrow unter Settings → Advanced.
Alle fünf Ursachen für eine leere Wallet, mit der Reihenfolge, in der du sie prüfst, stehen in Bitcoin-Wallet zeigt kein Guthaben.
Mit Passphrase#
Wer beim Einrichten ein zusätzliches Wort gesetzt hat, braucht es jetzt zeichengenau.
Eine falsche Passphrase erzeugt keine Fehlermeldung. BIP39 sagt dazu: Jede Passphrase ergibt einen gültigen Seed, aber nur die richtige öffnet die gewünschte Wallet. Du siehst also eine leere Wallet und keinen Hinweis, warum.
Zwei Fallen aus den Hilfeseiten: Bei BitBox enthält die microSD-Sicherung die Passphrase nicht, sie muss nach der Wiederherstellung neu eingeschaltet und eingegeben werden. BitBox und Tangem nennen die fehlende Passphrase ausdrücklich als Grund, warum eine wiederhergestellte Wallet leer aussieht.
Wie die Passphrase bei Ledger, Trezor und BitBox heißt und was bei Groß- und Kleinschreibung zählt, steht in Bitcoin-Passphrase.
Trezor mit 20 Wörtern#
Neuere Trezor-Geräte legen ab Werk keine BIP39-Wörter an. Trezor nennt als Voreinstellung für Safe 7, Safe 5 und Safe 3 ab Juni 2024 das Single-share Backup: eine Liste mit 20 Wörtern, die allein reicht.
Diese 20 Wörter gehören zu SLIP39, und SLIP39 ist ein anderer Standard. Die Spezifikation schreibt, beide seien „for the most part" nicht kompatibel. Die Liste hat 1.024 Wörter statt 2.048, die letzten drei Wörter bilden die Prüfsumme.
| Frage | Antwort laut Trezor |
|---|---|
| Wie viele Wörter? | Single-share: 20. Multi-share: mehrere Anteile mit je 20 Wörtern, höchstens 16 Anteile |
| Geht das in jede Wallet? | Nein. Trezor nennt für den Import Electrum, Sparrow und BlueWallet |
| Lässt es sich in BIP39 umwandeln? | Nein. Der Weg: auf einem SLIP39-fähigen Gerät wiederherstellen und die Coins in eine neue BIP39-Wallet überweisen |
| Kann ein Safe auch 24 Wörter? | Ja, ein Safe 3 nimmt laut Trezor das 24-Wort-Backup eines Model One |
Bei Multi-share brauchst du so viele Anteile, wie beim Einrichten als Schwelle festgelegt wurden. Trezor Suite lässt die Anteile in Etappen eingeben. Wie viele es sind, steht nur in deinen eigenen Notizen.
Wörter aus Electrum#
Electrum erzeugt keine BIP39-Wörter. So steht es in der Electrum-Doku, mit Begründung: Electrum-Wörter tragen eine Versionsnummer, die anzeigt, nach welchem Verfahren die Schlüssel abgeleitet werden. Die Wortliste ist trotzdem dieselbe wie bei BIP39.
Im Quelltext von Electrum sieht man, warum eine BIP39-Wallet mit diesen Wörtern nichts findet: Electrum rechnet mit dem Salz „electrum", BIP39 mit „mnemonic". Dieselben Wörter ergeben damit andere Schlüssel.
Stell Electrum-Wörter deshalb in Electrum wieder her. Die FAQ beschreibt den Weg: neue Wallet anlegen, Typ wählen, I already have a seed. Sparrow bietet beim Anlegen ausdrücklich einen Electrum-Import an.
Umgekehrt geht es auch: Electrum kann BIP39-Wörter importieren. Der Dialog sagt allerdings dazu, dass Electrum diese Möglichkeit nicht dauerhaft garantiert.
PIN vergessen#
Ein gesperrtes Gerät ist kein Verlust, solange die Wörter da sind. Die PIN verriegelt nur das Gerät. Nach zu vielen Fehlversuchen setzen die Geräte aller vier Hersteller sich zurück:
| Gerät | Fehlversuche bis zum Zurücksetzen |
|---|---|
| Ledger | 3 PINs in Folge (Text der Ledger-App) |
| Trezor Safe 7 | 10 |
| andere Trezor-Modelle | 16 |
| BitBox02 | 10 Gerätepasswörter |
| Blockstream Jade | 3 PINs; Gerät und PIN-Server löschen das Geheimnis |
Danach ist das Gerät leer. Du richtest es wie ein neues ein und wählst den Weg zum Wiederherstellen — mit denselben Wörtern und, falls gesetzt, derselben Passphrase.
Hast du die Wörter nicht, ist jeder Fehlversuch einer zu viel. Dann nicht weiter raten.
Die Wörter sind weg, das Gerät geht noch#
Das ist die gefährlichste Lage, weil sie sich harmlos anfühlt. Heute kommst du an die Coins. Nach einem Defekt, einem Verlust oder zu vielen falschen PINs nicht mehr.
Richte eine neue Wallet ein, schreib ihre Wörter sauber auf und überweise alles dorthin. Eine Sicherung für die alte Wallet lässt sich nicht nachholen — bei Tangem steht ausdrücklich, dass einer bestehenden Wallet keine Seed Phrase hinzugefügt werden kann. Die Überweisung kostet eine Gebühr wie jede andere; wie hoch sie gerade ist, zeigt Gebühren.
Prüf die neue Sicherung mit einem kleinen Betrag, bevor der Rest folgt. Wie das geht, steht unten unter „Die Probe".
Wallets ohne Wörter: Tangem und Muun#
Zwei verbreitete Wallets sichern nicht mit einer Wortliste. Wer sie mit Wörtern wiederherstellen will, sucht vergeblich.
Tangem erzeugt die Schlüssel im Chip der Karte oder des Rings. Gesichert wird über ein oder zwei weitere Tangem-Geräte; bei der zweiten Generation ist diese Sicherung laut Tangem Pflicht. Geht eine Karte verloren, öffnen die anderen die Wallet. Eine Seed Phrase mit 12 oder 24 Wörtern nach BIP39 lässt sich wahlweise anlegen — aber nur beim Einrichten, nicht nachträglich.
Muun hat statt Wörtern ein Emergency Kit: ein PDF mit verschlüsselten Schlüsseln, das zusammen mit dem Recovery Code reicht. Muun begründet das damit, dass es eine Multisig-Wallet mit Lightning ist. Das quelloffene Wiederherstellungswerkzeug liest das PDF und überweist die Coins laut Beschreibung ohne Mitwirkung des Anbieters: „This process requires no collaboration from Muun to work". Ob Muun heute noch betrieben wird, ist hier nicht geprüft.
Lightning-Knoten: die Wörter holen nur einen Teil#
Dieser Abschnitt gilt für Knoten mit LND. Andere Lightning-Wallets sind hier nicht geprüft; was sich bei ihnen grundsätzlich unterscheidet, steht in Lightning-Wallet.
Die 24 Wörter von LND sind kein BIP39. Laut LND-Doku teilen sich beide nur die englische Wortliste. Für Coins, die on-chain liegen, reichen die Wörter. Für Guthaben in Kanälen braucht es zusätzlich die Datei Static Channel Backup.
Auch dann kommt nicht alles zurück: nur Guthaben, das in den Kanälen vollständig abgerechnet war, und laut LND werden dabei alle Kanäle zwangsweise geschlossen. Das Geld landet on-chain.
Bitcoin Core und wallet.dat#
Bitcoin Core kennt keine Wörter. Der Betreuer der Wallet schrieb im August 2025 im Projekt, Seed Phrases „of any sort (BIP 39, Electrum, etc)" seien in Bitcoin Core nie umgesetzt worden. Der Wunsch danach steht dort als offenes Ticket.
Gesichert wird stattdessen die Wallet-Datei. Die Doku nennt dafür Backup Wallet im Menü und zum Zurückspielen File → Restore Wallet. Sie sagt auch, was passiert, wenn Wallet und alle Sicherungen fehlen: Die Coins sind dauerhaft unerreichbar.
Eine alte wallet.dat braucht seit Version 30.0 einen Zwischenschritt. Laut Release Notes lassen sich Legacy-Wallets im alten Format nicht mehr laden, nur noch in das neue Format umwandeln. Wo alte Dateien liegen, wie du sie gefahrlos kopierst und prüfst, ob etwas drauf ist, steht in Alte Bitcoin-Wallet finden.
Ein Wort fehlt oder ist unleserlich#
Das ist lösbarer, als es aussieht, weil die Liste endlich ist.
Vier lesbare Buchstaben reichen. Für sie gibt es in der BIP39-Liste genau ein Wort. Schlag es in der BIP39-Wortliste nach — auf dieser Seite, ohne etwas einzugeben.
Fehlt ein ganzes Wort, hilft die Prüfsumme beim Eingrenzen. Bei zwölf Wörtern passen nicht alle 2.048 Kandidaten an die fehlende Stelle, weil das letzte Wort zu den übrigen stimmen muss. Die Wallet lehnt die meisten ab.
Für schwierigere Fälle gibt es das quelloffene Werkzeug btcrecover. Laut Doku ist es für Wörter gedacht, die fehlen oder falsch abgeschrieben wurden, und für vertauschte Wörter; bis zu vier Vertauschungen nennt die Doku „quite straightforward". Nicht geprüft von bitinformer.
Der Preis dafür ist hoch: Das Werkzeug braucht deine Wörter auf einem Rechner, und die Doku warnt selbst, dass es Geheimnisse nicht so schützt wie eine Wallet. Wer diesen Weg geht, überweist die Coins danach sofort in eine neue Wallet mit neuen Wörtern.
Wer dir anbietet, Coins zurückzuholen#

Die Suche nach „wallet recovery" zeigt Dienste, die gegen Geld helfen wollen. Zwei Fälle muss man trennen.
Deine eigene Datei, dein eigenes vergessenes Passwort: Technisch ist das dieselbe Suche, die du mit btcrecover selbst machen kannst. Ein Dienst braucht dafür aber deine Datei oder deine Wörter — und wer beides hat, hat die Coins. Ob ein Anbieter ehrlich ist, kannst du von außen nicht prüfen.
Gestohlene, ertrogene oder falsch gesendete Coins: Hier warnen die Behörden deutlich.
| Stelle | Was sie schreibt |
|---|---|
| BaFin, Meldung vom 04.05.2026 | Unbekannte bieten Geschädigten an, „beim Rückholen des Geldes zu helfen", und geben vor, mit der BaFin zusammenzuarbeiten. Die BaFin rät, sich nicht darauf einzulassen und Anzeige zu erstatten |
| BaFin, Seite zu Betrug mit ihrem Namen | Die BaFin holt keine Betrugsschäden zurück und nimmt keine Gebühren für die Auszahlung von Kryptowährungen |
| FBI, Warnung IC3 vom August 2023 | Solche Betrüger verlangen eine Vorabgebühr; private Firmen können keine Beschlagnahme anordnen |
| Watchlist Internet (Österreich) | Eine Gebühr vorab für eine versprochene Auszahlung sei „ein untrügliches Zeichen für kriminelle Absichten" |
Eine Überweisung auf eine falsche Adresse macht ohnehin niemand rückgängig, siehe Falsche Adresse. Die übrigen Maschen stehen in Betrugsmaschen erkennen.
Die Probe, bevor etwas passiert#
Eine Sicherung, die nie geprüft wurde, ist eine Vermutung.
- Zweite Wallet nehmen, solange die erste noch funktioniert — ein zweites Gerät oder eine zweite App.
- Aus der Notiz wiederherstellen, nicht aus dem Kopf. Mit Passphrase, falls gesetzt.
- Die erste Empfangsadresse beider Wallets vergleichen. Sie muss zeichengleich sein. Ob du richtig abgetippt hast, rechnet Adresse prüfen im Browser nach, ohne etwas zu senden.
- Die Test-Wallet wieder löschen, wenn die zweite Wallet eine App war.
Nach deinen Wörtern fragt dabei kein Werkzeug auf dieser Seite, und kein ehrliches irgendwo.
Wenn nichts mehr da ist#
Keine Wörter, kein Gerät, keine Datei, keine Karte. Dann gibt es keine Stelle, die hilft — keinen Kundendienst, kein Zurücksetzen, keinen Hersteller mit einer Kopie. Bitcoin Core schreibt es für seine Wallet wörtlich: dauerhaft unerreichbar.
Das ist unbequem und zugleich der ganze Punkt: Was niemand für dich wiederherstellen kann, kann auch niemand für dich hergeben. Wie du es für die nächste Wallet und für deine Erben besser machst, steht in Papier, Stahl oder Tresor und Was passiert mit meinen Bitcoin, wenn ich sterbe?.
Das Notfallblatt zum Ausdrucken#
Eine Seite A4 für die Schublade, neben die Sicherung: die Weiche von oben, die Schritte mit 12 oder 24 Wörtern, die vier Adresstypen, die Fehlversuche je Gerät und die drei Dinge, die du nicht tust.
Es hat kein Feld für Wörter und keines für die Passphrase. Das ist Absicht. Ein Blatt, das neben der Sicherung liegt, verrät nichts, wenn es jemand findet.
Woher die Angaben kommen#
Alles abgerufen am 17.09.2026. Verlinkt sind nur die Spezifikationen; Hersteller und Behörden sind genannt, nicht verlinkt, weil diese Seite nicht auf Anbieter verweist.
| Angabe | Quelle |
|---|---|
| Wortzahl, Prüfsumme, Passphrase, kein Adresstyp in den Wörtern | BIP 39 |
| Pfade und Gap-Limit | BIP 44, BIP 49, BIP 84, BIP 86; Präfix 3 aus BIP 13 |
| SLIP39, Trezor-Modelle, PIN-Versuche | SLIP-0039 von SatoshiLabs; Trezor Guides und Trezor Learn |
| Ledger | Ledger Academy; Oberflächentexte der Ledger-App im öffentlichen Quelltext |
| BitBox02 | BitBox Support Hub |
| Blockstream Jade | Blockstream Help Center |
| Electrum | Electrum-Doku (Seed Phrase, FAQ) und Quelltext |
| Sparrow | Sparrow-Doku (Quick Start, FAQ) |
| Tangem, Muun | Tangem Help Center; Muun-Blog und Readme des Recovery-Tools |
| LND | LND-Doku recovery.md und Lightning Labs Disaster recovery |
| Bitcoin Core | managing-wallets.md, Release Notes 30.0, Ticket #33165 |
| btcrecover | btcrecover-Doku |
| Warnungen | BaFin, FBI IC3 (PSA 230811), Watchlist Internet |
Der Satz zum Merken#
Die Coins sind nie weg, weil ein Gerät weg ist. Sie sind weg, wenn die Sicherung weg ist — oder wenn du sie jemandem gibst, der dir helfen will.