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BTC70.034−0,66 % Block967.794 Gebühr1 sat/vB0,10 Mempool78.137 Tx Halving82.206 Blöcke
20.09.2026 · 04:58 UTC
Wissen

Kryptowährungen einfach erklärt: Was ist Kryptowährung?

· 5 Min. Lesezeit · aktualisiert am

Kurz gesagt

Eine Kryptowährung ersetzt die eine Liste einer Bank durch viele Kopien, die sich gegenseitig prüfen. Wer den geheimen Schlüssel hat, hat das Geld — es gibt keine Stelle, die ihn wiederherstellt. Der Preis hat keinen Bewertungsanker, deshalb schwankt er stark und lässt sich nicht vorhersagen.

Wenn du jemandem heute Geld überweist, macht das eine Bank. Sie führt eine Liste, auf der steht, wem wie viel gehört, und sie ändert diese Liste, wenn du es ihr aufträgst. Du musst der Bank vertrauen, dass sie die Liste korrekt führt — und sie darf deinen Auftrag ablehnen.

Eine Kryptowährung ersetzt diese eine Liste durch viele. Tausende Rechner auf der Welt halten je eine vollständige Kopie und gleichen sie ständig ab. Es gibt keine Stelle, die entscheidet, was drinsteht: das ergibt sich aus Regeln, die jeder nachlesen und jeder Rechner selbst nachprüfen kann.

Das ist der ganze Kern. Alles Weitere ist die Frage, wie man das hinbekommt, ohne dass jemand schummelt.

Was in so einer Liste tatsächlich steht#

Nicht das, was die meisten vermuten. Es gibt keine Kontostände. Auf der Liste stehen nur Überweisungen: Betrag, Absender, Empfänger, Unterschrift. Wie viel dir gehört, rechnet dein Programm aus, indem es alle Überweisungen durchgeht, die dich betreffen.

Absender und Empfänger sind keine Namen, sondern lange Zeichenfolgen — Adressen. Eine sieht so aus:

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Zu jeder Adresse gehört ein geheimer Schlüssel, den nur du hast. Mit ihm unterschreibst du eine Überweisung. Jeder kann prüfen, dass die Unterschrift zur Adresse passt — aber aus der Unterschrift lässt sich der Schlüssel nicht zurückrechnen. Das ist der kryptographische Teil, dem die ganze Sache ihren Namen verdankt.

Daraus folgt etwas Unbequemes: Wer den Schlüssel hat, hat das Geld. Es gibt keine Bank, die dich ausweist und dein Konto wiederherstellt. Verlierst du den Schlüssel, ist der Betrag für immer unerreichbar — er bleibt in der Liste stehen, nur kommt niemand mehr heran.

Warum niemand schummeln kann#

Die offensichtliche Frage: Wenn jeder eine Kopie der Liste hat, warum schreibt nicht einfach jemand eine Million auf seine eigene Adresse?

Weil neue Einträge nicht einzeln dazukommen, sondern in Paketen — Blöcken. Und einen Block anzuhängen kostet etwas. Bei Bitcoin ist es Rechenarbeit: Die Rechner im Netz suchen nach einer Zahl, die zusammen mit dem Blockinhalt ein bestimmtes Rechenergebnis liefert. Es gibt keinen Trick dafür, man muss raten, milliardenfach. Wer zuerst eine passende Zahl findet, darf den Block anhängen und bekommt dafür neue Coins.

Jeder Block enthält einen Fingerabdruck des vorherigen. Wer einen alten Eintrag ändern wollte, müsste die Rechenarbeit für diesen Block und alle folgenden noch einmal leisten — und dabei schneller sein als der ganze Rest des Netzes zusammen. Genau das macht es unbezahlbar.

Deshalb heißt es Blockchain: eine Kette aus Blöcken, bei der jeder Block den vorigen absichert. Die Kette von Bitcoin ist inzwischen bei Block 967.800 angelangt, und im Schnitt kommt alle zehn Minuten einer dazu.

Was eine Überweisung kostet und wie lange sie dauert#

Ein Block hat begrenzten Platz. Wer hinein will, bietet eine Gebühr — wer mehr bietet, kommt eher dran. In ruhigen Zeiten reicht sehr wenig, bei Andrang wird es teuer.

Gerade liegt der Satz bei 1 sat/vB, eine gewöhnliche Überweisung kostet damit etwa 0,10. Das ist ein Momentwert und kann sich innerhalb von Stunden vervielfachen — der Gebührenrechner zeigt dir den aktuellen Stand und was er für deine Überweisung bedeutet.

Wichtig für das Verständnis der Zahlen: Ein Bitcoin ist in 100 Millionen Satoshi teilbar. Ein Satoshi ist derzeit 0,00070 € wert. Du kaufst also nie „einen Bitcoin", sondern einen Betrag in Euro, der in Satoshi umgerechnet wird.

Bitcoin und die anderen#

Bitcoin war 2009 die erste und ist bis heute die größte — beschrieben im Whitepaper von 2008, neun Seiten, bis heute lesenswert. Sie kann eines gut: Werte übertragen und aufbewahren, mit einer fest gedeckelten Menge von 21 Millionen Stück.

Ethereum kam 2015 dazu und kann mehr als überweisen: Auf seiner Kette laufen kleine Programme, sogenannte Smart Contracts. Damit lassen sich Regeln festschreiben — „zahle X an Y, wenn Z eintritt" — ohne dass jemand sie durchsetzen muss.

XRP zielt auf schnelle Überweisungen zwischen Banken und funktioniert technisch anders: Es gibt kein Mining, stattdessen bestätigt eine Gruppe ausgewählter Server die Transaktionen. Schneller, aber weniger dezentral.

Daneben existieren tausende weitere. Die allermeisten davon lösen kein Problem, das nicht schon gelöst wäre. Ein nüchterner Maßstab: Wie lange läuft das Netz? Wie viele Rechner sind unabhängig daran beteiligt? Wer kann Regeln ändern? Bei den meisten Projekten fallen die Antworten ernüchternd aus.

Woran die Kurse hängen#

Kryptowährungen schwanken stärker als fast alles andere. Rückgänge von 30 bis 50 Prozent hat es in der Geschichte von Bitcoin mehrfach gegeben, mehrfach auch mehr.

Der Grund ist unspektakulär: Es gibt keinen Anker. Eine Aktie hat ein Unternehmen dahinter, das Gewinn macht. Eine Anleihe hat einen Zins. Eine Kryptowährung hat einen Preis, der sich allein daraus ergibt, was andere gerade zu zahlen bereit sind. Nach oben wie nach unten gibt es dafür keine Grenze und keine Bewertungsformel, mit der sich „zu teuer" oder „zu billig" belegen ließe.

Diese Seite gibt deshalb keine Kursprognosen ab — nicht aus Vorsicht, sondern weil sie nicht möglich sind.

Steuern: hier trennen sich Österreich und Deutschland#

Ein Punkt, bei dem viele Ratgeber falschliegen, weil sie nur die deutsche Regel kennen.

ÖsterreichDeutschland
Haltefristkeineein Jahr
Nach einem Jahrtrotzdem steuerpflichtigsteuerfrei
Steuersatz27,5 % Sondersteuersatzpersönlicher Satz

In Österreich gilt seit 1. März 2022 § 27b EStG: Gewinne sind Einkünfte aus Kapitalvermögen, unabhängig von der Haltedauer. Wer die deutsche „ein Jahr, dann steuerfrei"-Regel im Kopf hat, liegt für Österreich falsch. Die Ausnahme betrifft nur Altbestände, die vor dem 1. März 2021 angeschafft wurden.

Der Haltefrist-Rechner sagt dir für ein Kaufdatum, was gilt. Er ist eine Information und keine Steuerberatung — bei größeren Beträgen führt an einer Fachperson kein Weg vorbei.

Wenn du weitermachen willst#

Zwei Dinge lohnen sich, bevor du irgendetwas kaufst: verstehen, was der Unterschied zwischen echten Coins und einem Wertpapier darauf ist, und die häufigsten Irrtümer einmal durchgehen. Beides erspart Geld.

Keine Anlageberatung. Dieser Text erklärt, wie etwas funktioniert — er sagt nicht, was du kaufen sollst. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die bitinformer-Redaktion

Wir erklären Bitcoin für Leute, die gerade erst anfangen — ohne Vorwissen vorauszusetzen und ohne zu sagen, was du kaufen sollst. Die Zahlen auf dieser Seite kommen direkt aus dem Bitcoin-Netz und von CoinGecko; wo eine Quelle schweigt, steht ein Strich statt einer Schätzung.

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