
Crypto.com-Konto löschen: drei Konten, eine Schließung — und zwei verschiedene Türen
Crypto.com schließt App-Konto, Exchange-Konto und Karte nur gemeinsam. Das App-Konto löschst du selbst unter Einstellungen → Konto → Kontoschließung, das Web-Konto nur über die App. Das Exchange-Konto schließt allein der Support-Chat, erst bei Saldo null. Auf der Karte darf kein Guthaben liegen — wer sich einen Rest auszahlen lässt, zahlt 50 Dollar Gebühr. Vorher müssen Stake, Earn, Supercharger und offene Optionen weg. Die Schließung ist endgültig.
Bei den meisten Börsen löschst du ein Konto. Bei Crypto.com löschst du drei auf einmal — und für zwei davon gibt es verschiedene Türen.
Die allgemeine Reihenfolge — auszahlen, Unterlagen sichern, dann löschen — steht unter Krypto-Konto schließen. Hier geht es um das, was bei Crypto.com dazukommt.
Warum es drei Konten sind#
Crypto.com besteht aus der App (mit Web-Zugang), der Exchange für den Börsenhandel und der Visa-Karte — im Kartenartikel heißt sie inzwischen Prepaid Card. Die Hilfeseite sagt es in einem Satz: App-Konto, Karte und Exchange-Konto müssen zusammen geschlossen werden. Eines behalten und die anderen loswerden geht nicht.
Das gilt auch für Leute, die die Exchange nie benutzt haben — dann ist dort schlicht nichts, und die Schließung läuft durch.
Die erste Tür: die App#
Das App-Konto schließt du selbst, unter Einstellungen → Konto → Kontoschließung. Die Hilfeseite ist nur auf Englisch da, dort heißt der Weg Settings → Account → Account Closure — die deutsche Adresse des Hilfebereichs leitet auf die englische um.
Das Web-Konto schließt du ebenfalls in der App. Im Browser fehlt der Punkt; wer ihn dort sucht, sucht vergeblich.
Ältere deutsche Anleitungen nennen noch eine E-Mail mit dem Betreff „Close Account". Das steht auf der Hilfeseite heute nicht mehr.
Die zweite Tür: der Support-Chat#
Für das Exchange-Konto gibt es keine Schaltfläche. Der Weg laut Hilfeseite: Saldo auf null bringen, dann den Chat in der App oder im Web öffnen und die Schließung beantragen. Wer lieber schreibt, nutzt das Kontaktformular unter chat.crypto.com.
Die Karte läuft genauso — auch sie kündigt nur der Support.
Was vorher weg muss#
Für die App-Schließung verlangt Crypto.com fünf leere Stellen:
- kein Guthaben auf der Karte
- kein aktiver CRO-Stake oder Lockup
- keine laufenden Earn-Anlagen
- keine Zuteilung im Supercharger
- keine offenen UpDown- oder Strike-Optionen
Dazu alle Guthaben in App und Exchange abheben. Liegt ein Rest unter dem Mindestauszahlungsbetrag, sollst du den Support kontaktieren — für die Exchange mit dem Zusatz, dass der Betrag die Auszahlungsgebühr decken muss. Das ist der Unterschied zu Bitpanda, wo man einzahlen soll, und zu Binance, wo der Rest verfällt.
Die 50 Dollar auf der Karte#
Der teuerste Punkt steht nicht auf der Schließungsseite, sondern im Kartenartikel: Liegt noch Guthaben auf der Prepaid-Karte und willst du es zurück, kostet das 50 US-Dollar Bearbeitungsgebühr.
Die Alternative steht direkt darunter — die Karte auf null leer kaufen, dann fällt keine Gebühr an. Bei zwölf Euro Rest ist das die einzige sinnvolle Variante; bei zweihundert lohnt die Rechnung.
Was nach dem Klick nicht mehr geht#
Die Transaktionshistorie ist weg, endgültig. Crypto.com sagt selbst, dass du sie vorher für die Steuer herunterladen sollst. Welche Angaben davon in die Erklärung gehören, steht unter Steuererklärung: die Formulare; was am Ende zu versteuern ist, rechnet der Krypto-Steuerrechner.
Eine Reaktivierung gibt es nicht. Du darfst dich neu anmelden — als neuer Nutzer, aber ohne Neukundenaktionen: Der Anmeldebonus und die siebentägige Gebührenbefreiung für Kartenkäufe gelten für dich nicht mehr.
Wenn die Auszahlung selbst klemmt#
Dann ist die Schließung das falsche Werkzeug, und hier ganz besonders: Sie nimmt dir mit einem Antrag den Zugang zu drei Konten. Zuerst muss das Geld heraus; die Wege stehen unter Börse zahlt nicht aus.
Und was der Anbieter danach behalten muss, gilt hier wie überall: Ausweisnachweise und Transaktionsdaten bleiben wegen Geldwäscheprävention und Aufbewahrungsfristen mehrere Jahre gespeichert. Wie lange genau, sagt kaum ein Anbieter; KuCoin nennt zwei Jahre.

