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16.09.2026 · 04:40 UTC
Illustration: Auf einer verschlossenen Holztruhe liegt ein Umschlag mit orangefarbenem Siegel, daneben rinnt eine Sanduhr.
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Was passiert mit meinen Bitcoin, wenn ich sterbe?

· 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bitcoin werden vererbt wie anderes Vermögen — rechtlich. Praktisch bekommen die Erben nur, wozu sie den Schlüssel haben. Ein Testament allein bewegt keinen einzigen Satoshi. Was hilft, ist eine Anleitung, die sagt, dass und wo etwas existiert, getrennt aufbewahrt von den Wiederherstellungswörtern selbst. Bei Börsenguthaben genügt der Erbschein.

Es ist die Frage, die niemand stellt, solange alles gut läuft — und die einzige in diesem Themenfeld, bei der ein Versäumnis garantiert und unwiderruflich Geld vernichtet.

Die Antwort hat zwei Hälften, und sie stimmen nicht überein.

Rechtlich: ganz normales Vermögen#

Bitcoin gehört zum Nachlass wie ein Sparbuch oder ein Auto. Es geht auf die Erben über, in der gesetzlichen Erbfolge oder nach Testament. Es zählt zum Nachlasswert und ist gegebenenfalls erbschaftsteuerpflichtig.

Bis hierhin ist nichts besonders.

Praktisch: ohne Schlüssel gibt es nichts#

Hier endet die Ähnlichkeit. Ein Erbe bekommt keine Bitcoin, sondern die Möglichkeit, sie zu bewegen — und die hat er nur mit dem Schlüssel.

Es gibt keine Stelle, bei der man einen Erbschein vorlegt und Zugriff bekommt. Kein Unternehmen verwaltet deine selbstverwahrten Coins, keine Behörde kann sie freigeben. Wenn die Wiederherstellungswörter mit dir verschwinden, sind die Coins für immer in der Blockchain sichtbar und für niemanden erreichbar.

Ein Testament, das Bitcoin zuspricht, ohne den Zugang zu regeln, ist deshalb ein Zettel über etwas, das niemand holen kann.

Der Sonderfall: Guthaben bei der Börse#

Liegt dein Bestand bei einem Anbieter, sieht es anders aus — dort ist es ein Konto wie jedes andere.

Die Erben legen Sterbeurkunde und Erbschein vor, der Anbieter gibt frei oder zahlt aus. Das dauert, und die Verfahren unterscheiden sich, aber es funktioniert.

Was die Erben dafür brauchen, ist eine einzige Information: dass dieses Konto existiert. Ein Zugang bei einer Börse, von dem niemand weiß, wird auch nicht beansprucht.

Was du vorbereiten kannst#

Der schwierige Teil: Alles, was den Zugang für die Erben leichter macht, macht ihn auch für andere leichter. Deshalb geht es nicht darum, die Wörter weiterzugeben, sondern darum, den Weg dorthin auffindbar zu machen.

Ein Verzeichnis, das nicht der Schlüssel ist. Schreibe auf, dass es Bitcoin gibt, bei welchem Anbieter oder in welcher Art von Wallet, und wo die Wiederherstellungswörter liegen. Nicht die Wörter selbst — nur den Ort. Dieses Blatt darf zu den anderen wichtigen Unterlagen.

Eine Anleitung für Menschen ohne Vorwissen. Deine Erben wissen vielleicht nicht, was eine Wallet ist. Ein halbes Blatt in einfacher Sprache — „das ist ein Gerät, so setzt man es zurück, so kommt man an das Guthaben" — ist mehr wert als jede technische Absicherung.

Die Wörter selbst getrennt und sicher. Beim Notar, im Bankschließfach, bei einer Person deines absoluten Vertrauens. Der entscheidende Punkt: Verzeichnis und Wörter dürfen nicht am selben Ort liegen. Wer beides zusammen findet, braucht deinen Tod nicht abzuwarten.

Wichtig für die Erbschaftsteuer: Bewahre auch die Kaufbelege auf. Ohne Anschaffungsdaten lässt sich später weder der Wert noch eine etwaige Steuerfreiheit belegen.

Wovon ich abraten würde#

Die Wörter ins Testament. Ein Testament wird beim Nachlassgericht eröffnet und kann von mehreren Personen eingesehen werden. Verweise dort auf den Ort, nie auf den Inhalt.

Aufgeteilte Wörter ohne Plan. Die Idee, die zwölf Wörter auf drei Personen zu verteilen, klingt clever und geht in der Praxis oft schief: Eine Person zieht weg, verliert ihren Teil oder stirbt zuerst — und dann ist alles weg, obwohl niemand betrogen hat.

Ein „Totmannschalter"-Dienst. Es gibt Anbieter, die deine Daten weitergeben, wenn du dich eine Weile nicht meldest. Sie verlangen dafür genau das, was man niemandem geben soll. Und sie können schließen.

Der praktische Mindestaufwand#

Wenn du nur eine Sache tust, dann diese: Schreib heute auf ein Blatt Papier, dass es Bitcoin gibt und wo man weitersuchen muss. Leg es zu deinen Versicherungsunterlagen.

Das kostet fünf Minuten, verrät nichts und ist der Unterschied zwischen einem Erbe und einem Verlust, von dem niemand je erfährt.

Zum Schluss#

Dieser Text ordnet ein, er ist keine Rechtsberatung. Erbrecht unterscheidet sich zwischen Österreich und Deutschland, und sobald es um größere Beträge oder mehrere Erben geht, gehört das zu einem Notar — der den Fall inzwischen kennt.

Keine Anlageberatung. Dieser Text erklärt, wie etwas funktioniert — er sagt nicht, was du kaufen sollst. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die bitinformer-Redaktion

Wir erklären Bitcoin für Leute, die gerade erst anfangen — ohne Vorwissen vorauszusetzen und ohne zu sagen, was du kaufen sollst. Die Zahlen auf dieser Seite kommen direkt aus dem Bitcoin-Netz und von CoinGecko; wo eine Quelle schweigt, steht ein Strich statt einer Schätzung.

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