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BTC65.729−2,21 % Block967.228 Gebühr1 sat/vB0,09 Mempool71.614 Tx Halving82.772 Blöcke
16.09.2026 · 04:40 UTC
Illustration: Eine Reihe dunkler Ruderboote wartet in der Nacht; nur eines trägt eine orangefarbene Laterne.
Wissen

mempool.space Erfahrungen: warum eine Mempool-Gutschrift Betrug ist

· 9 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

mempool.space ist ein Block-Explorer: ein Fenster auf das Bitcoin-Netz, ohne Anmeldung zum Ansehen und ohne verwahrte Coins. Eine Zahlung an dich liegt entweder im Mempool und wird bestätigt, oder sie fällt heraus — einen Zustand gesperrt, bis du zahlst, gibt es nicht, und die Gebühr steckt in der Zahlung des Absenders. Wer dir eine Mempool-Gutschrift oder eine Rückholung gegen Vorkasse anbietet, folgt dem Muster, das Polizei und BaFin als Betrug beschreiben.

Du hast eine Mail bekommen, einen Anruf oder einen Link im Chat. Auf mempool.space stehe ein Guthaben für dich: eine Erstattung, ein altes Konto von 2017, eine Auszahlung, die nur noch freigeschaltet werden muss. Die Seite gibt es wirklich, und sie sieht nach Technik aus.

Das ist der ganze Trick: Die Seite ist echt. Das Guthaben ist es nicht.

Was mempool.space ist#

Illustration: Ein großes Fenster in einer dunklen Wand gibt den Blick auf eine Sortierhalle voller Umschläge frei; darunter, wo ein Schalter wäre, ist nur glatte Wand.

mempool.space ist ein Blick auf das Bitcoin-Netz, keine Stelle darin. Die Betreiber beschreiben die Seite auf ihrer Über-Seite als Mempool- und Blockchain-Explorer für die Bitcoin-Gemeinschaft, „completely self-hosted without any trusted third parties". Die Software ist frei, die Lizenz heißt AGPL, der Quelltext liegt offen auf GitHub. Betrieben wird die Seite laut ihrer FAQ vom „Mempool Open Source Project".

Ein Explorer zeigt, was im Netz passiert: welche Blöcke gefunden wurden, welche Überweisungen darin stehen und welche noch warten. Der Mempool ist das Wartezimmer — die Zahlungen, die gültig sind, aber noch in keinem Block stehen. Die Seite ist ein Fenster darauf. Mehr nicht.

Wo du es findest: oben rechts, im Suchfeld. Eine Transaktionskennung oder eine Adresse hineingetippt, und die Seite zeigt, was die Blockchain darüber weiß — so steht es in der FAQ unter „How can I look up a transaction?". So nutzt es auch dieses Magazin: Die Werte auf Lage im Netz und im Gebührenrechner stammen von dort.

Die Seite ist seriös. Genau deshalb taugt ihr Name als Köder.

Was es dort nicht gibt: Konten, Guthaben, Auszahlungen#

Ein Explorer verwahrt nichts. Er zeigt Adressen und Zahlungen, die es ohnehin gibt — deine wie alle anderen. Zum Ansehen meldest du dich nirgends an; ein Suchfeld braucht keinen Nutzer.

Die FAQ sagt es in einem Satz, unter der Frage, warum eine Transaktion nicht bestätigt wird: „This site only provides data about the Bitcoin network." Wer Hilfe mit einer Zahlung braucht, soll sich an die Stelle wenden, die sie gebaut hat — die Wallet oder die Börse. Nicht an mempool.space.

mempool.spaceEine Börse
Was du siehstjede Adresse, jede Zahlung im Netzdein Konto
Anmeldungkeine, zum AnsehenPflicht
Verwahrt Coins für dichneinja, bis zur Auszahlung
Kann dir etwas gutschreibenneinja, auf dein Konto dort
Kann eine Auszahlung sperren oder freigebenneinja

Ein Guthaben gibt es auf mempool.space an genau einer Stelle, und die ist das Gegenteil einer Gutschrift: Für den Beschleunigungsdienst der Seite lässt sich laut Anbieter ein Pro-Konto mit Guthaben vorausbezahlen — eigenes Geld, für eigene Beschleunigungen. Niemand legt dir dort etwas hin. Was dieser Dienst tut und warum er nichts mit einer „gesperrten Auszahlung" zu tun hat, steht weiter unten.

Wie die Masche aussieht#

Die Varianten stehen in Foren, nicht in Statistiken. Wie häufig sie ist, weiß niemand — hier stehen drei Fälle, so wie sie dort geschildert wurden.

Die Mail mit der Erstattung. Im Oktober 2024 fragt jemand auf coinforum.de: Er habe „eine Nachricht vom Mempool.Space" bekommen, es gehe um die Erstattung eines Guthabens von 77.000 Euro. Ablauf laut Nachricht: Die Bank werde mit mempool.space verbunden, das Guthaben komme aufs Konto, danach seien fünf Prozent Provision an eine noch unbekannte Bankverbindung fällig. Die Antworten im Forum: typische Masche, die Vorauszahlung komme noch — unter dem Vorwand, die Zahlung sei gesperrt und müsse erst freigegeben werden.

Der Anruf vom Mitarbeiter. Im Forum von MoneySavingExpert schildert jemand im Mai 2025 einen Anruf eines angeblichen „Database Officer" von mempool: Er habe 2017 ein Konto eröffnet, darauf lägen 1,45 Bitcoin, gegen 2,5 Prozent Gebühr und rund 1.000 Pfund für die Reaktivierung sei es wieder erreichbar. Die Mails kamen von einer Domain, die den Namen mempool.space nachahmt — ein Antwortender hatte nachgesehen: registriert im September 2024.

Die Rückholung. In r/CryptoScams auf Reddit beschreibt jemand einen Anruf: Man sei von „MEMPOOL", habe die Wallets bekannter Betrüger eingefroren und könne die gestohlenen Bitcoin zurückholen — dafür solle er ein Programm zum Teilen seines Bildschirms installieren. Spätere Kommentare im selben Thread schildern Anrufe zu einem angeblich ruhenden Konto mit Bitcoin von 2019, samt Mail mit Zugangsdaten.

Drei Verpackungen, ein Bauplan: ein Betrag, der angeblich schon da ist, und eine Kleinigkeit, die vorher fällig wird. Das ist das Muster aus Betrugsmaschen erkennen, mit einem echten Namen als Absender.

Warum eine Gutschrift gegen Gebühr nicht sein kann#

Illustration: Eine Schranke mit Münzschlitz steht allein auf einem leeren Feld, ohne Straße davor oder dahinter; in der Münzschale liegt eine einzelne orangefarbene Münze.

Es lohnt sich, das einmal technisch durchzugehen. Danach erledigt sich jede Variante von selbst.

Eine Zahlung an dich ist entweder im Netz, oder es gibt sie nicht. Wer dir Bitcoin schickt, baut eine Transaktion, unterschreibt sie und ruft sie in die Runde — so beschreibt es Wie viele Bestätigungen braucht eine Überweisung?. Ab dann liegt sie im Mempool der Knoten, und jeder Knoten führt seinen eigenen. Einen dritten Zustand „gutgeschrieben, aber gesperrt" kennt das Netz nicht. Eine Stelle, die eine Zahlung an dich gegen Gebühr freigibt, kommt in diesem Ablauf nicht vor.

Die Gebühr steckt in der Zahlung selbst, und der Absender legt sie fest. Der Entwicklerleitfaden auf bitcoin.org beschreibt es so: Der volle Wert der Eingänge muss ausgegeben werden, und was nicht an einen Empfänger geht, „is given to the Bitcoin miner" — das ist die Gebühr. Eine Überweisung an einen Dritten ändert an dieser Zahlung nichts. Die beiden Wege, eine hängende Zahlung wirklich zu beschleunigen, gehören dem Absender und dem Empfänger und stehen in Bitcoin-Transaktion hängt fest.

Eine wartende Zahlung braucht dein Geld nicht. Die FAQ von mempool.space: Eine Bitcoin-Transaktion wird irgendwann entweder vollständig bestätigt „(or not at all)". Fällt sie aus dem Mempool, sind die Coins beim Absender, wo sie die ganze Zeit waren — nicht bei einer Stelle, die Gebühren für die Freigabe erhebt.

Dazu kommt, was die Behörden sagen. Die Polizeiberatung beschreibt bei betrügerischen Handelsplattformen den Moment der Auszahlung: „Es werden beispielsweise Steuern, Gebühren oder der Erwerb von Versicherungen verlangt." Die BaFin schreibt zum selben Muster, Auszahlungsversuche würden „mit dem Verweis auf zu zahlende Steuern und Gebühren abgewiesen" — und dass sie selbst keine Gebühren erhebt, „insbesondere nicht für die Auszahlung oder Überweisung von Kryptowährungen". Eine Gebühr vor der Auszahlung ist die Masche, nicht ein Schritt davor.

Was der Beschleuniger von mempool.space ist — und was nicht#

Weil es sonst jemand als Gegenbeweis anführt: Ja, mempool.space verkauft eine Beschleunigung. Der „Mempool Accelerator" ist laut Anbieter ein Dienst, mit dem eine hängende Transaktion bestätigt werden soll, wenn du eine Gebühr außerhalb der Transaktion zahlst: Du gibst die Transaktionskennung ein, wählst eine Zielgebühr, zahlst — und Partner-Mining-Pools, die den Auftrag annehmen, ziehen die Zahlung vor.

Das ist das Gegenteil der Masche, in jedem Punkt:

Beschleuniger„Gutschrift freischalten"
Wer fängt andu, auf mempool.spacejemand, der dich anschreibt oder anruft
Was vorliegteine Transaktion, die schon im Netz istein Betrag, den niemand im Netz findet
Was du eingibsteine Kennung, die du selbst hastZugangsdaten, Ausweis, Bildschirm
Wohin das Geld gehtan den Dienst, auf dessen eigener Seitean eine Bankverbindung oder Adresse aus der Nachricht
Was danach passiertdie Zahlung wird vorgezogen, sofern ein Partner annimmtdie nächste Gebühr

Zwei Dinge noch. Der Beschleuniger nützt nur einer Zahlung, die im Mempool liegt — wer nichts hat, kann nichts beschleunigen. Und ob du ihn brauchst, entscheidet sich mit den Wegen aus Bitcoin-Transaktion hängt fest, nicht mit einem Anruf.

So prüfst du es selbst#

Fünf Minuten, ohne jemanden zu fragen, der mitverdient.

  1. Tippe die Adresse selbst ein: mempool.space, in die Adresszeile, nicht in den Link aus der Nachricht. Die Software ist frei und lässt sich laut FAQ auf einem Raspberry Pi, einem eigenen Server oder per Docker betreiben — eine Kopie kann also genauso aussehen wie das Original. Was zählt, steht in der Adresszeile. Im Fall aus dem britischen Forum kamen die Mails von einer Domain mit „mempoolspace" im Namen, nicht von mempool.space.
  2. Such deine eigene Adresse. Die aus deiner Wallet, nicht eine aus der Nachricht. Ob du sie richtig abgetippt hast, sagt dir Adresse prüfen, im Browser, ohne dass etwas gesendet wird. Steht dort eine unbestätigte Zahlung an dich? Dann wartet sie, und niemand muss sie gegen Gebühr freigeben. Steht dort nichts? Dann gibt es das Guthaben nicht.
  3. Such die Transaktionskennung, falls dir eine genannt wurde. Zeigt die Seite sie nicht, existiert sie nicht. Zeigt sie sie, sieh nach, an welche Adresse sie geht — die Kennung einer fremden Zahlung beweist nichts über deine.
  4. Gib nichts ein, was nicht öffentlich ist. Adressen und Kennungen sind öffentlich. Die zwölf Wörter, Passwörter, Ausweisbilder und dein Bildschirm sind es nicht — und ein Explorer braucht davon nichts.

Was du dabei siehst, sieht jeder. Was ein Explorer über dich lernt, steht in Kann man eine Bitcoin-Adresse zurückverfolgen?.

Was nicht hilft#

VersuchWarum nicht
Die „kleine" Gebühr zahlen, um zu sehen, was passiertEs folgt die nächste. Die Polizeiberatung nennt Steuern, Gebühren, Versicherungen — das ist die Liste, nicht der Preis.
Beim „Support" von mempool.space nachfragenDie FAQ verweist bei Fragen zu einer Zahlung an Wallet oder Börse. Das einzige Guthaben dort ist das, was du selbst ins Pro-Konto des Beschleunigers einzahlst; eines, das jemand für dich hinterlegt hat, gibt es nicht.
Die Zugangsdaten aus der Mail ausprobierenEin Konto, das jemand für dich angelegt hat, gehört ihm. Was du dort siehst, hat er geschrieben.
Ein Programm zum Bildschirmteilen installierenWer deinen Bildschirm sieht, sieht deine Wallet, deine Bank und deine Mails.
Die Nachricht als Beweis nehmen, weil sie deinen Namen kenntIm Reddit-Thread berichten Angerufene, der Anrufer habe ihren Namen gekannt, einer sogar seine Kaufdaten. Wissen über dich ist kein Beweis für Geld für dich.
Einen Rückholdienst beauftragen, der sich selbst gemeldet hatDie Polizeiberatung nennt das Recovery Scam: „Das ist ein weiterer Betrugsversuch."

Wenn du schon gezahlt hast#

Zuerst: keine weitere Zahlung, kein weiterer Kontakt. Die Polizeiberatung rät bei Cybertrading-Betrug genau dazu — Zahlungen stoppen, Kontakt abbrechen, die eigene Bank informieren, Belege sichern, Anzeige erstatten. Screenshots der Nachrichten, Absenderadressen, Bankverbindungen und Bitcoin-Adressen gehören zu diesen Belegen.

Die Verbraucherzentrale rät zusätzlich zur Beschwerde bei der BaFin — und sagt dazu, was sie weiß: Weil das Geld in der Regel auf ausländische Konten ging und der Kontakt abbricht, „besteht kaum eine Chance, das verlorene Geld zurückzubekommen". Das ist hart, aber es ist der Stand.

Und dann kommt der zweite Anruf. Die BaFin beschreibt den Recovery Scam: Betroffene werden „unter dem Vorwand kontaktiert, ihr verlorenes Geld sei gefunden oder sichergestellt worden" — gegen eine Zahlung vorab. Die Polizeiberatung sagt dasselbe über Anrufer, die sich als Ermittler oder Anwälte ausgeben. Was dieser zweite Betrug mit dem ersten zu tun hat, steht in Kann man eine Bitcoin-Adresse zurückverfolgen? unter „Der zweite Betrug, der auf den ersten folgt".

Der Satz zum Merken#

mempool.space zeigt dir, was im Netz ist. Es hält nichts für dich, es sperrt nichts für dich, und es kennt dich nicht. Wer dir dort ein Guthaben zeigt, das du nur gegen Gebühr bekommst, zeigt dir eine Rechnung — und das Guthaben gibt es nicht.

Keine Anlageberatung. Dieser Text erklärt, wie etwas funktioniert — er sagt nicht, was du kaufen sollst. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die bitinformer-Redaktion

Wir erklären Bitcoin für Leute, die gerade erst anfangen — ohne Vorwissen vorauszusetzen und ohne zu sagen, was du kaufen sollst. Die Zahlen auf dieser Seite kommen direkt aus dem Bitcoin-Netz und von CoinGecko; wo eine Quelle schweigt, steht ein Strich statt einer Schätzung.

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